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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Gut verträglich? Desinfektionsmittel

 /  Marina Oppermann

Mit herbstlich kühl-regnerischem Wetter steigt die Gefahr für Erkältungen. Da auch die Corona-Infektionen derzeit Hochkonjunktur haben, erreichen uns kontinuierlich viele Anfragen nach Empfehlung zu wirksamen und gleichzeitig gut verträglichen Desinfektionsmitteln.

Mediziner der Universitätsmedizin Greifswald und der Ruhr-Universität Bochum haben sich bereits Anfang des Jahres mit der Wirksamkeit verschiedener Biozide gegen Coronaviren befasst. Da die Viren auf Oberflächen mehrere Tage aktiv und infektiös bleiben können, ist sowohl eine Flächendesinfektion als auch Hautdesinfektion insbesondere in Kliniken, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen wichtig.
Da es für Coronaviren derzeit keine Therapieverfahren gibt, ist ein vorsorgendes Verhalten auch im Privatbereich sinnvoll. Dazu gehören unter anderem das Reinigen und Desinfizieren von Händen. In Drogerien, Supermärkten und Apotheken werden derzeit viele unterschiedliche Produkte angeboten. Die desinfizierende Wirkung beruht in der Regel auf hoher Konzentration von Ethanol-Alkohol, manchmal mit Zusatz von Wasserstoffperoxyd oder auf einer Kombination von Natriumhypochlorid und Chlor. Viele Produkte enthalten zudem Duftstoffe, die den zum Teil unangenehmen Geruch der Wirkstoffe überdecken sollen.

Welche Mittel sind sinnvoll und wie sollten sie angewendet werden?

  • Für Flächendesinfektion sind nach Einschätzung der Mediziner Desinfektionsmittel mit 70-75% Ethanol-Alkohol oder 0,5% Wasserstoffperoxid-Lösungen effektiv gegen Coronaviren. Aber auch Lösungen mit 0,1% Natriumhypochlorid zeigen gute Wirksamkeit. Für eine Flächendesinfektion sollten diese Mittel mindestens eine Minute einwirken.
  • Für eine Handdesinfektion sind die genannten Desinfektionsmittel ebenfalls geeignet, auch sie sollten rund eine Minute einwirken. Der hohe Gehalt von Alkohol und Wasserstoffperoxid kann die Haut reizen, insbesondere wenn sie trocken und rissig ist. Um einen austrocknenden Effekt zu minimieren ist daher eine Hautpflege nach einer Handdesinfektion empfehlenswert. Auch Produkte auf Basis von Natriumhypochlorid zeigen irritative Effekte und können zudem die Atemwege reizen – was insbesondere für Asthmatiker und Personen mit hyperreagiblen Atemwegen problematisch sein kann.

Tipp: Achten Sie beim Kauf von Desinfektionsmitteln auf die Angaben zur Zusammensetzung und Konzentration der Wirkstoffe. Viele Produkte enthalten auch allergene Duftstoffe, die für Kontaktallergiker problematisch sind, aber es gibt auch eine Reihe von Duftstoff-freien Produkten auf dem Markt.

Der Einsatz von Hautdesinfektionsmittel ist in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, in Arztpraxen sinnvoll. Im Alltag ist eine sorgfältige Reinigung der Hände als Schutzmaßnahme ausreichend. Am besten seifen Sie die Hände zwei Mal ein und spülen den Schaum zwischendurch sowie nach dem zweiten Einseifen sorgfältig ab.

Nach der Reinigung ist eine Hautpflege mit einer Hautcreme oder Hautlotion die schnell einzieht empfehlenswert. Achten Sie darauf, dass die Hautpflege ohne allergene Duftstoffe und Konservierungsstoffe ist. Gut verträgliche Produkte erkennen Sie am DAAB-Logo.