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Corona-Pandemie: Schadstoffe in Schutzmasken?

 /  Marina Oppermann

Der DAAB hat im Laufe der Corona-Pandemie einige Anfragen zu Gerüchen an Schutzmasken erhalten. Besonders zu Beginn der Pandemie waren sicherlich auch vermehrt Produkte auf dem Markt, die Schadstoffe enthielten. Aber auch jetzt kann dies noch vereinzelt der Fall sein, wie das Magazin WISO nun aktuell überprüft hat. Schadstoffe in Masken können durch die Atmung direkt in die Lunge gelangen.

Schadstoff Anilin

Schwarze Alltagsmasken sind beliebt. In schwarzen Masken sind aber natürlich auch Farbstoffe enthalten.
Anilin ist ein sogenanntes aromatisches Amin. Es wird zur Herstellung von Anilinfarbstoffen wie Anilinschwarz, Azofarbstoffen wie brillantgelb oder Fuchsin verwendet. Der Name „Anilin“ beruht auf dem arabischen Wort „an-nil“. Das bedeutet „blau“ aber auch „Indigo“. Auch in blaugefärbten Jeanshosen kann Anilin enthalten sein.

Anilin

  • Ist beim Einatmen giftig
  • schädigt die Organe bei längerer oder wiederholter Exposition
  • steht im Verdacht genetische Defekte zu verursachen
  • steht im Verdacht Krebs auszulösen

 

Schadstoff Formaldehyd

Laut dem Beitrag des Magazins WISO, enthielten medizinische Masken aus Vliesstoff zu Beginn der Pandemie häufiger zugesetzte Klebstoffe, die Formaldehyd erzeugen können, so dass aus den Masken Formaldehyd freigesetzt wurde. Alternativ können die Vliesmasken auch thermisch verfestigt werden so dass der Zusatz von Klebstoff nicht notwendig ist. Formaldehyd wird auch als „Methanal“ bezeichnet. Der Name „Formaldehyd“ leitet sich vom lateinischen Wort „Formica“ für Ameise ab. Formaldehyd ist das zur Ameisensäure (Methansäure) gehörige sogenannte Aldehyd.

Formaldehyd

  • kann Haut-, Atemwegs-, und Augenreizungen hervorrufen
  • ist ein möglicher Auslöser von Kontaktallergien, allergische Hautreaktionen treten in Bereichen mit direkten Textilkontakt auf
  • ist als „wahrscheinlich krebserregend“ beim Menschen eingestuft
  • kann die Konzentrationsfähigkeit, den Schlaf und die Gedächtnisleistung beeinträchtigen

WISO hat Schutzmasken gekauft und untersucht

Der Einsatz von Formaldehyd ist gesetzlich in relativ großen Mengen erlaubt. Umso schöner ist das Testergebnis von WISO: Von 25 medizinischen Masken enthielt keine einzige Maske Formaldehyd.

Der Stoff Anilin kann von Herstellern ganz legal ohne Grenzwerte eingesetzt werden, auch in Alltagsmasken. Er ist Teil des Farbstoffs. Von 15 untersuchten schwarzen Alltagsmasken enthielt eine Maske 5ppm (parts per million/ Anteile auf eine Million Teile).
Dazu die Einschätzung des Prüflabors: „Eine Maske wird sehr lange getragen, zum Teil mehrere Stunden am Tag, je nach Berufsgruppe sogar noch mehr, daher können auch wenige ppm sehr schädlich sein. Daher ist es besser, wenn gar kein Anilin enthalten ist.“
Der Händler, hat die beanstandete Maske inzwischen aus dem Verkauf genommen. Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass es ein sorgfältiges Handeln wäre, wenn eine Geruchsprüfung durch den Verkäufer vor dem Verkauf eines Produktes stattfinden und ein Produkt mit Geruch nicht auf den Markt gebracht werden würde. Eine solche Kontrolle ist aber nicht garantiert.

Empfehlung des Magazins WISO: Wie kann man sich besser schützen?

  • Alltagsmasken am besten sicherheitshalber vor dem ersten Tragen waschen, das Waschen im Zweifel wiederholen und die Maske nur nutzen, wenn kein Geruch wahrnehmbar ist.
  • Medizinische Vliesmasken vor dem Tragen auf Geruch prüfen. Ist dies der Fall, Maske auslüften lassen und nur nutzen, wenn kein Geruch mehr wahrnehmbar ist
  • Wenn die Maske weiterhin riecht, nicht tragen und reklamieren

Den vollständigen WISO-Beitrag vom 11.01.2021 finden Sie hier: https://www.zdf.de/verbraucher/wiso/giftstoff-in-masken-100.html

Informationen zur richtigen Auswahl von FFP2-Masken finden Sie hier in userem Blog

 

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