close
DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
Suche search

Alarmierende Ergebnisse: Kids mit Duftstoff belastet

 /  Marina Oppermann

Die aktuellen Ergebnisse der Deutschen Umweltstudie GerES V zeigen, dass alle Kinder und Jugendlichen, die im Rahmen des Umwelt-Surveys 2014 bis 2017 untersucht wurden, mit dem allergenen Duftstoff Lilial belastet waren. Lilial ist ein synthetischer Duftstoff, welcher nicht nur allergieauslösende Potenz hat, sondern auch im Verdacht steht, reproduktionstoxisch zu sein und den Hormonhaushalt der Kinder und Jugendlichen zu stören.

Die Wissenschaftler haben im Urin der 3- bis 17-jährigen Teilnehmenden bis zu vier Metaboliten (Zwischenprodukte)  des Duftstoffs nachgewiesen. Lilial wird häufig in Kosmetika, Waschmitteln, Weichspülern und Lufterfrischern und weiteren Raumbeduftungsprodukten eingesetzt und kann über die Haut sowie über die Atemwege in den Körper aufgenommen werden. Mädchen hatten höhere Konzentrationen der Lilial-Metaboliten im Urin als Jungen. Die Belastung der Kinder und Jugendlichen korrelierte mit der Verwendungshäufigkeit von Parfüms, bedufteten Kosmetika, Weichspülern und Raumbeduftungsprodukten im Alltag.

Die Belastung der Kinder und Jugendlichen mit diesem kritischen Duftstoff ist besorgniserregend. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund fordert daher wirksame Maßnahmen zur Reduktion der Exposition mit Lilial.

Um die Belastung der Kinder und Jugendlichen mit allergenen und toxischen Duftstoffen zu reduzieren, ist es wichtig, die Quellen für Lilial zu erkennen und zu meiden. In kosmetischen Produkten, Wasch- und Reinigungsmitteln ist dieser Duftstoff an der INCI-Bezeichnung auf der Verpackung  ButylphenylMethylpropional erkennbar. Generell empfiehlt der Deutsche Allergie- und Asthmabund, Duftstoff-Exposition bei Kindern und Jugendlichen zu minimieren und insbesondere auf Produkte zur Raumbeduftung zu verzichten. Raumerfrischer, Duftkerzen und Co. verschlechtern die Qualität der Raumluft und haben im Wohnumfeld aber auch in Klassenzimmern nichts verloren.

Die Studienergebnisse wurden in International Journal of Hygiene and Environmental Health 229 (2020) 113594 veröffentlicht: Murawski A et all: Metabolites of the fragrance 2-(4-tert-butylbenzyl)propionaldehyde (lysmeral) in urine of children and adolescents in Germany – Human biomonitoring results of the German Environmental Survey 2014-2017 (GerES V) https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S143846392030540X

Experten-Sprechstunde Duftstoffe

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund bietet eine telefonische Sprechstunde rund um das Thema Raumbeduftung und gesundheitliche Beschwerden auf Duftstoffe an und berät Sie, wie Sie die Belastung mit Duftstoffen im Lebens- oder Arbeitsumfeld reduzieren können.
Dazu steht Ihnen unsere Expertin, Frau Dr. Silvia Pleschka jeweils am 1. und 3. Donnerstag im Monat von 16-19 Uhr telefonisch unter 02166/64788-42 zur Verfügung.

Dieses Beratungsangebot wird realisiert im Rahmen des Projektes „Raumbeduftung und Innenraumluftqualität – Informationsangebot zu Risiken luftgetragener Duftstoffe und zum angemessenen Umgang mit Duftstoffen im Alltag“. Es wird gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

Datenschutzeinstellungen Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern.
Ich akzeptiere
Einstellungen
Cookie Einstellungen Hier haben Sie die Möglichkeit der Auswahl oder Deaktivierung von Cookies.
Speichern
Alle akzeptieren
Zurück