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Saharastaub und Asthma: Wie gefährlich sind Feinstäube?

 /  Marina Oppermann

Wir atmen viele Male am Tag ein und aus. Beim Einatmen gelangt Luft mit Sauerstoff in die Lunge.  Auch Feinstäube können mit der Atemluft in unsere Atemwege gelangen. Neben Verkehrsabgasen können das auch die immer wieder auftretenden Saharastäube sein. Menschen mit empfindlichen Atemwegen oder Atemwegserkrankungen sollten hohe Feinstaubbelastungen möglichst vermeiden.

An den Wänden der Atemwege, den Schleimhäuten wird ein klebriger Film/Schleim produziert. So bleiben kleine Fremdkörper wie Staubpartikel oder Krankheitserreger daran haften und werden mithilfe von kleinen Haaren, den Flimmerhärchen, wieder aus den Atemwegen hinaustransportiert. Bei einem Asthmatiker entsteht an den Wänden der Atemwege zu viel Schleim. Zusätzlich können die Wände der Atemwege anschwellen. Dadurch wird der Durchmesser der Luftwege immer kleiner und das Atmen fällt schwer.

Natürlicher Schutz Nasenatmung

Das Einatmen durch die Nase reinigt die Atemluft besser von Schmutz und Staub. Dies erledigen Millionen von Flimmerhärchen, die beispielsweise auch Pollen herausfiltern können. Die Nasenatmung über die Nasennebenhöhlen erwärmt und befeuchtet zudem die Atemluft. Durch die Mundatmung kann die Luft hingegen nicht gut vorgefiltert werden. Direkt eingeatmete Reizstoffe können die Atemwege dadurch stärker belasten.

Was sind Feinstäube

Das Umweltbundesamt teilt mit, „Feinstaub ist ein Teil des Schwebstaubs. Als Schwebstaub oder englisch "Particulate Matter" (PM) bezeichnet man Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der ⁠Atmosphäre⁠ verweilen. Je nach ⁠Korngröße⁠ der Staubpartikel wird der Schwebstaub in verschiedene Fraktionen unterteilt.“

  • ⁠PM10: vereinfacht alle Staubpartikel, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer (das sind 10 Millionstel Meter) ist.
  • PM2,5: Teilmenge der PM10-Fraktion, deren aerodynamischer Durchmesser weniger als 2,5 Mikrometer beträgt.
  • Ultra feine Partikel: mit einem aerodynamischen Durchmesser von weniger als 0,1 Mikrometer (das sind 100 Milliardstel Meter).

Hohe Feinstaubkonzentrationen in der Umgebungsluft können bei Menschen mit empfindlichen Atemwegen oder Atemwegserkrankungen wie Asthma oder einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu verstärkten Beschwerden führen. Je kleiner die Partikel sind, desto tiefer können sie in die Atemwege eindringen. In den Nasen- und Rachenraum können beispielsweise Partikel von 5- 10 Mikrometer Größe gelangen, in die Lungenbläschen (Alveolen) Partikel von 0,1 bis 1 Mikrometer. Die Feinstaubpartikel können Entzündungen in den Zellen auslösen.

Roter Himmel durch Saharastaub

Mineralstäube können durch Höhenwinde in weit entfernte Regionen getrieben werden. Dies passiert bei uns etwa 10 – 20 Mal im Jahr und wird auch vom Deutschen Wetterdienst (DWD) untersucht. Nach einer Information des DWD liegt der typische Partikeldurchmesser in fern-transportierten Staubwolken bei 0,1 – 10 Mikrometer. Ein Teil der Partikel kann durch langsames Herabsinken (Sedimentation) oder Auswaschung durch Niederschlag zu Boden gelangen. Im Vergleich zu anderen Feinstaubquellen wie Autoabgasen soll der Mineralfeinstaub aber weniger gefährlich für die Gesundheit sein. Kommen die Partikel in Bodennähe herunter, sind Beeinträchtigungen bei Menschen mit empfindlichen Atemwegen oder Atemwegserkrankungen möglich. Ihnen wird empfohlen, in dieser Zeit draußen keinen Sport zu treiben. Allergiker, die auf Pollen reagieren, können zusätzlich auch durch Pollen beeinträchtigt sein, die sich an Feinstaubpartikel anlagern und somit zu stärkeren Reaktionen führen können.

Weitere Informationen
Umweltbundesamt: Fragen rund um das Thema Feinstaub
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/370/dokumente/pmfaq.pdf

Daten zur Luftqualität
https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftdaten

www.dwd.de (u.a. Klimalexikon, Saharastaub)

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