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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Zukünftige Behandlungsmethoden

Den Alltag mit einer Nahrungsmittelallergie zu bestreiten, ist oftmals sehr zeitaufwendig und kann emotional belastend sein, insbesondere bei einer Allergie auf Grundnahrungsmittel wie Kuhmilch, Hühnerei, Weizen oder bei einer Allergie auf Nüsse oder Erdnüsse, die sehr häufig von der Lebensmittelindustrie verarbeitet werden. Während die Erfolgsaussichten auf eine spontane Toleranzentwicklung (wiedererlangte Verträglichkeit) bei Kuhmilch und Hühnerei sehr vielversprechend sind (20 % der Kinder behalten eine Kuhmilch- und/oder Hühnereiallergie), bleibt eine Allergie auf Nüsse und Erdnüsse bei rund 80 Prozent der Kinder bestehen. Insbesondere hier, aber auch für bleibende Lebensmittelallergien gegen Grundnahrungsmittel, sind neue Therapieansätze dringend gefragt! 

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Nachfolgend stellen wir Ihnen zwei vielversprechende Vorgehensweisen vor, die aktuell in klinischen Studien für Erdnuss und für Milch als Auslöser untersucht werden. Es gibt für die Erdnussallergie zwei vielversprechende Ansätze, die darauf abzielen, dass zumindest eine kleine Menge Erdnuss vertragen wird, ohne dass eine schwere allergische Reaktion stattfindet. Es soll also ein Schutz aufgebaut werden für den Fall eines versehentlichen Verzehrs von erdnusshaltigen Speisen. Damit würde das Risiko einer schweren Reaktion gemindert und so die Lebensqualität deutlich erhöht. 
 

Wer ist die Zielgruppe für welche Therapie?

Voraussetzung für die Teilnahme an den aktuell laufenden klinischen Studien (hier gibt es keine freien Plätze mehr) war, dass Patienten bereits auf sehr geringe Mengen des Allergens reagiert haben. Hier ist das Ziel, die persönliche Schwelle, bei der eine allergische Reaktion ausgelöst wird, zu erhöhen, um bei versehentlichen Verzehr nicht Gefahr zu laufen, eine schwere anaphylaktische Reaktion zu erleiden. 

Für die Zukunft ist denkbar, dass eine Therapie durch regelmäßige Gabe einer festgelegten Proteinmenge auch für all jene Patienten interessant ist, die zwar bislang "nur" auf eine mittlere oder größere Menge ihres Auslösers reagiert haben, aber mit Hilfe der Immuntherapie ihre persönliche Verträglichkeit, also eine bestehende Toleranz für eine bestimmte Menge an Protein, dann erhalten können. Dies ist jedoch bisher nicht Gegenstand der laufenden Studien. Die epikutane Immuntherapie scheint bei Kindern deutlich bessere Erfolge zu zeigen als bei Erwachsenen.
 

Ist bei der Immuntherapie mit Nebenwirkungen zu rechnen?

Ja, da ja das Allergen verabreicht wird. Einflussfaktoren wie Infekte, Stress, hormonelle Situation, körperliche Belastung können tagesaktuell beeinflussen und daher auch zu unterschiedlicher Verträglichkeit führen. Nebenwirkungen können lokal auftreten, bei der OIT im Mund, Rachenraum, beim Pflaster an der Haut an und um die Stelle des Pflasters. Es sind aber auch systemische Nebenwirkungen beschrieben worden, insbesondere bei der OIT wurden Beschwerden im gesamten Magen-Darm-Trakt und an den Atemwegen beobachtet. 

Vereinzelt wurden bei OIT auch Fälle von eosinophiler Ösophagitis (allergische Entzündung der Speiseröhre) beschrieben, die nach Therapieende aber rückläufig waren. Aufgrund der Nebenwirkungen ist ein ständiger Kontakt zum Arzt notwendig. Da es bisher keine „nebenwirkungsfreie“ Therapie gibt, bei einzelnen Patienten also immer wieder einmal Beschwerden auftreten, werden die Therapieansätze auch noch nicht außerhalb klinischer Studien empfohlen, da man auf der Suche ist nach dem besten Dosis-Nutzen/Wirkungs-Verhältnis.
 

Unser Service für Sie

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) informiert Sie gerne auch im persönlichen Gespräch zum Thema Darmgesunde Ernährung. Für Mitglieder veranstalten wir auch regelmäßige Webinare (Online-Seminare), bei denen Sie Experten Fragen stellen können.

Sonja Lämmel, Dipl.oec. troph. Steht Ihnen für Fragen rund um den gesunden Darm gerne zur Verfügung.

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