Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Entzündete Augen

Ich habe täglich entzündete Augen. Was kann das sein?

Entzündungen an den Augen können auf ein Lidekzem hindeuten. Die Ursachen können vielfältig sein. Meist liegen Kontaktallergien vor, es gibt jedoch auch nicht allergische, anlagebedingte Hauterkrankungen. Die Lid- und Gesichtshaut ist die dünnste Haut am Körper. Daher können selbst schwache Allergien an diesen Hautstellen Ekzeme hervorrufen, selbst wenn andere Hautareale, die mehr Kontakt mit dem Allergen haben, nicht reagieren. Das unwillkürliche Reiben der Augen führt dazu, dass alle denkbaren Substanzen des täglichen Lebens, mit denen die Hände in Berührung kommen, als möglicher Auslöser betrachtet werden müssen.

Am häufigsten sind dekorative Kosmetik, sowie Gesicht- und Körperpflegeprodukte die Auslöser von Lidekzemen. So können Duftstoffe in Gesichts- und Körperpflegeprodukten oder auch Konservierungsstoffe in Kontaktlinsenflüssigkeiten Auslöser sein. Aber auch weitere Produkte wie Shampoo, Duschgel, Bodylotion, Handcreme etc. können Auslöser sein. Ebenso wie Produkte, die man vielleicht nicht spontan in Betracht zieht wie Parfum, Nagellack, Rasiercreme, Haushaltsreiniger, Spülmittel oder Werkstoffe am Arbeitsplatz. Ein Lidekzem kann auch im Umfeld einer Neurodermitis auftreten.

Tipps

  • Verwenden Sie Pflegeprodukte ohne allergisierende Duft-, Farb- und Konservierungsmittel. Eine Liste mit vom DAAB überprüften Produkten erhalten Sie beim DAAB unter info@daab.de.
  • Feuchte Wattepads, die in schwarzem Tee getränkt wurden, können lindern.
  • Klären Sie beim Augenarzt ab, ob Ihre Sehschärfe okay ist. Auch eine Überanstrengung der Augen kann zu Augentränen und damit zu Irritationen der Augenregion führen.

Als Mitglied des DAAB beraten wir Sie gerne ausführlich zu diesem Thema.


Neue Behandlung bei Neurodermitis?

Ich leide seit 20 Jahren unter Neurodermitis. Gibt es nicht aktuell neue Behandlungsoptionen?

Ja, die gibt es. Speziell für Patienten, die unter einer mittelschweren bis schweren Form der Neurodermitis leiden. Gerade bei schweren Formen kann eine äußerliche Therapie mit Kortison nicht mehr ausreichend sein, so dass eine medikamentöse Systemtherapie in Form von Tabletten oder in Spritzenform nötig ist. Diese Medikamente greifen in den Krankheitsablauf ein und zwar an der Stelle der Überaktivierung des Immunsystems, indem sie die Ausschüttung von Juckreiz- und entzündungsfördernden Botenstoffen verhindern. Sie werden als Biologika (Biologicals) bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Gruppe moderner Medikamente mit biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen, die gezielt bestimmte Botenstoffe in den Zellen blockieren. Sie greifen gezielt in Vorgänge ein, die bei Neurodermitis eine chronische Entzündung auslösen und unterhalten. Dadurch wird die Reaktionskette, die zu Entzündungen führt, unterbrochen. Seit Ende 2017 sind sie in Deutschland für die innerliche Behandlung der mittelschweren bis schweren Neurodermitis bei erwachsenen Patienten zugelassen. Speziell für die Betroffenen, deren Erkrankung sich mit äußerlich anzuwendenden Präparaten nicht ausreichend unter Kontrolle bringen lässt. Der Wirkstoff heißt Dupilumab. Dupilumab ist ein speziellerr Antikörper, mit dem zielgerichtet bestimmte Anteile des Immunsystems unterdrückt werden, die für Entzündungen und Juckreiz bei der Neurodermitis eine wichtige Rolle spielen. Dupilumab wird unter die Haut (subkutan) gespritzt, ist als Fertigspritze (300 mg) zu beziehen und kann von den betroffenen Patienten selbst angewendet werden. Die Therapie ist mit weniger Nebenwirkungen und besserer Verträglichkeit verbunden. Die Patienten berichten über eine deutliche Verbesserung der Hautveränderungen, Abnahme des Juckreizes sowie eine Verbesserung der Lebensqualität. An Nebenwirkungen kann es v.a. zu Entzündungen von Augenbindehaut und Lidrand sowie Reaktionen an der Einstichstelle und Lippen-Herpes kommen.

Es werden aktuell zahlreiche, weitere Wirkstoffe erprobt bzw. in Studien untersucht, so dass sich zukünftig die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis deutlich verändern könnten. Sie möchten weitere Informationen zu den neuen Behandlungsmethoden. Als Mitglied beraten wir Sie gerne ausführlich per E-Mail oder Telefon.


Zuckerfrei Diät bei Neurodermitis

Meine Tochter leidet unter Neurodermitis. Ich habe jetzt gelesen, dass eine zuckerfreie Diät helfen soll.

Der Begriff Neurodermitis ist nicht gleichzusetzen mit Allergie - oder gar Nahrungsmittel-Allergie. Der Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln ist zwar nach heutiger Datenlage gesichert, muss allerdings immer für den Einzelnen genau betrachtet werden. Unqualifizierte pauschale Aussagen wie: „Neurodermitiker dürfen keinen Zucker, kein Schweinefleisch oder gar kein tierisches Eiweiß essen...“ sind schon lange nicht mehr haltbar, haben aber in den letzten Jahren dazu geführt, dass sich viele Betroffene mangelernährt haben. Speziell im Kindesalter sind derartige Empfehlungen verantwortungslos und nicht tragbar. Des Weiteren finden sich in der Literatur Therapieempfehlungen zum Einsatz der Rotations- oder Blutgruppendiät, zu Ziegen- und Schafsmilch sowie Kolostrum. Hinzu kommen Nahrungsergänzungsmittel oder Pülverchen die speziell für Neurodermitiker vermarktet werden. Zu all diesen „Methoden“ gibt es keine aussagekräftigen, wissenschaftlichen Untersuchungen, die eine pauschale Empfehlung für Neurodermitis-Patienten rechtfertigen. Nur eine ausgewogene Ernährung, die auf individuelle Allergien des Einzelnen abgestimmt ist, kann den Verlauf einer Neurodermitis bei einigen Betroffenen positiv beeinflussen. Beachten Sie, dass im Kindesalter nur bei jedem dritten Kind die Ernährung ein tatsächlicher Schubauslöser ist. Im Sinne Ihre Kinder, lassen Sie sich von einer versierten Ernährungsfachkraft beraten, bevor Sie Pauschaldiäten ausprobieren.


Allergien auf Kleidung

Gibt es Allergien auf Kleidung? Ich habe eine neue schwarze Hose und bekomme immer Pökchen mit Juckreiz an den Beinen, wenn ich sie trage?

Textilbedingte Kontaktallergien machen etwa ein- bis zwei Prozent der diagnostizierten Allergien aus. Hauptsächlich sind es allergieauslösende Farbstoffe, die für diese Beschwerden verantwortlich sind. Kleidung hat einen sehr intensiven Kontakt mit der Haut. Häufig treten Hautekzeme dort auf, wo die Reibung und der Kontakt mit den Textilien besonders intensiv sind also in den Armbeugen, Kniekehlen, Beinoberseiten, Achseln, Leisten oder im Halsbereich. Die Symptome sind Juckreiz, Rötungen, Bläschen, bis hin zu Ekzemen und nässendem Ausschlag. Hauptsächlich sind es allergieauslösende Farbstoffe, die für diese Beschwerden verantwortlich sind. Aber auch andere Inhaltsstoffe der Textilien können die Gesundheit beeinträchtigen. Für die Betroffenen ist es wichtig zu wissen, ob es sich um eine Kontaktallergie oder Reizung handelt und was die Ursache ist. Eine Untersuchung und Diagnose bei einem Dermatologen ist hier entscheidend. Für die Diagnostik ist es wichtig zu wissen, welche potentiellen Auslöser in den getragenen Bekleidungsstücken eingesetzt wurden. Leider ist die Transparenz der Zusammensetzung der Textilien eine Mangelware. Es fehlen schlicht und einfach Informationen zu den verwendeten Chemikalien, die den Stoffen Farbe, Glanz, Glätte oder antibakterielle Eigenschaften verleihen. In der Deklaration der textilen Inhaltsstoffe sind nur Angaben zu Art der Fasern vorgegeben. Angaben zu den verwendeten Farbmitteln oder Ausrüstungschemikalien sind nicht vorgesehen – obwohl diese Stoffe bis zu 20 % des Textilgewichts ausmachen und damit nicht als Spuren betrachtet werden können. Hinzu kommt, dass es für die Ausrüstungsstoffe kein Zulassungsverfahren gibt, so dass nicht einmal der Gesetzgeber weiß, welche Chemikalien hier zum Einsatz kommen. Beispiele für bedenkliche Chemikalien sind u.a. Flammschutzmittel, Biozide, Farbstoffe, PVC, TBT oder Formaldehyd. Bedenklich ist zudem, dass viele dieser Chemikalien im Hinblick auf ihre Umweltrelevanz und gesundheitliche Auswirkung nicht abschließend bewertet sind.

Ich würde bei Ihnen davon ausgehen, dass es eventuell der schwarze Farbstoff ist, der die Probleme macht. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Beschwerden und waschen die Hose mmehrmals bei 60 Grad, damit überschüssige Farbe rausgeht. Falls das Problem weiterhin besteht, lohnt sich ein Allergietest, damit Sie für die Zukunft wissen, worauf Sie achten müssen.

Bei einer Kontaktallergie ist die Karenz also das Meiden des Allergieauslösers nämlich die wichtigste Maßnahme zur Prävention von Beschwerden - zumal viele Chemikalien nicht nur in Textilien eingesetzt werden, sondern auch in Kosmetika, Schuhen, Reinigungsmitteln, Spielzeug und anderen alltäglichen Bedarfsgegenständen vorkommen und beim Hautkontakt erneut eine allergische Reaktion provozieren können. Wir beraten Sie gerne weiter zu diesem Thema. Als Mitglied können Sie direkt mit unserer Chemikerin, Dr. Silvia Pleschka, persönlich sprechen.


Proaktive Therapie

Mein Arzt hat mir die proaktive Therapie bei meiner Neurodermitis empfohlen. Ist das sinnvoll und wie genau funktioniert diese Behandlung?

Die proaktive Therapie ist ein sinnvolles Behandlungsschema bei der äußerlichen Therapie der Neurodermitis mit wirkstoffhaltigen Cremes. Eine antientzündliche Behandlung der Neurodermitis kann auf zwei verschiedenen Arten durchgeführt werden. Der Arzt spricht von Therapieschemata. Die klassische Behandlung behandelt im Ekzem-Schub bei akuten Hautbeschwerden und damit rückwirkend mit antientzündlichen und juckreizlindernden äußerlichen Therapeutika. Hier kommen äußerlich angewendetes Kortison oder Calcineurininhibitoren zum Einsatz. Die Therapie erfolgt solange wie nötig und wird bei abklingenden Beschwerden ausschleichend abgesetzt, um ein Wiederauftreten nach Absetzen der Cremes zu vermeiden. Das Ausschleichen erfolgt nach einem speziellen Schema, das der Arzt festlegt.

Bei Patienten, die immer wieder schubhaft unter Ekzemen leiden, ist ein alternatives Therapieschema sinnvoll. Die proaktive Therapie. Bei diesem Vorgehen wird im Anschluss an die Behandlung eines akuten Schubs nach einer festen Vorgabe weiterbehandelt. Üblicherweise werden die zuvor betroffenen Hautstellen an zwei Tagen in der Woche weiter mit der antientzündlichen Creme eingeschmiert. Dies ist sinnvoll, da neue Erkenntnisse zeigen, dass auch in einer beschwerdefreien Zeit Entzündungsreaktionen in der Haut ablaufen. Diese sind nicht sichtbar und können sich zu einem Schub steigern. Das Ziel dieser vorbeugenden Erhaltungstherapie 1x oder 2x pro Woche ist, dass bereits minimale Entzündungsreaktionen frühzeitig unterbunden werden. Durch die Erhaltungstherapie kann die Häufigkeit und die Intensität der Ekzemschübe bei der Neurodermitis gesenkt werden. Zusätzlich reduziert sich der Verbrauch der eingesetzten Wirkstoffe. Der Vorteil für betroffene Patienten ist, dass für einen längeren Zeitraum ein guter Hautzustand erhalten werden kann und sich die schubfreie Zeit gegenüber der klassischen Therapie deutlich verlängert. Für den Patienten bedeutet das deutlich mehr Lebensqualität. Die Dauer der Therapie richtet sich nach dem Verlauf und beträgt meistens einige Monate.

Die proaktive Therapie ersetzt natürlich nicht die, dem Hautzustand angepasste Basispflege. Diese ist die Basis für eine erfolgreiche Behandlung.


Ess-Störungen

Begünstigen Nahrungsmittelallergien auch Ess-Strörungen?

Eine Nahrungsmittelallergie hat einen massiven Einfluss auf die Lebensqualität von Betroffenen und deren Familien, wie in diversen Arbeiten der letzten Jahre gezeigt werden konnte. Auch im Rahmen des EuroPrevall-Projektes (DAAB berichtete darüber) wurde die Lebensqualität von betroffenen Familien adressiert. Doch nur selten wurden bisher die Langzeitwirkungen einer Nahrungsmittelallergie hinsichtlich psychischer Erkrankungen untersucht. 2014 erschienen die Ergebnisse einer Studie, die aus Interviewdaten mit über 1420 Jugendlichen zwischen dem 10. und 16. Lebensjahr hervorgingen. Das Vorliegen einer Nahrungsmittelallergie war assoziiert mit Trennungsangst, generalisierter Angst, ADHS und Magersucht. Im Verlauf zeigten Jugendliche mit Nahrungsmittelallergien einen Anstieg von Symptomen im Bereich generalisierter Angst und Depression. Die Wahrscheinlichkeit psychiatrischer Störungen war dagegen nicht erhöht. Das Risiko für Ess-Störungen war bei fast allen Allergikern mit Unter- oder Übergewicht im Vergleich zu denen der Kontrollgruppe erhöht. Besonders ausgeprägt war es bei untergewichtigen Mehrfach-Allergikern. Doch auch Übergewicht war mit Ess-Störungen assoziiert. Als wichtigste Maßnahme, das Risiko für Ess-Störungen zu reduzieren, sehen die Autoren in einer Schulung und einer diätetischen Betreuung der Patienten.
Dieses Fazit ist auf jeden Fall zu unterstützen, trotzdem greift es zu kurz. Was in der Untersuchung ungenügend adressiert und hinterfragt wurde, ist die Notwendigkeit und das Ausmaß der Einschränkung durchgeführter Diäten. Die Beobachtung, dass Mehrfach-Allergien, die ausdrücklich keine pollenassoziierten Kreuzreaktionen umfassten, bei einem Einschluss-Alter von circa 6 Jahren, nach fünf Jahren deutlich angestiegen waren, ist in Kenntnis der Prognose frühkindlicher Nahrungsmittelallergien nicht plausibel. Insofern kommt der Ernährungsfachkraft neben der fachkundlichen Schulung und Betreuung der Patienten sicher auch die regelmäßige Überprüfung der Indikation für eine Diät als wichtige Aufgabe zu.


Konservierungsstoffe

Können Konservierungsstoffe in Kosmetika auch Allergien auslösen?

Konservierungsstoffe schützen Kosmetika vor Verderb durch Mikroorganismen. Einige dieser Chemikalien können jedoch Allergien auslösen. Dazu gehören u.a. Methylisothiazolinone oder Formaldehyd und Formaldehydabspalter. Betroffene Kontaktallergiker müssen die Angaben in ihrem Allergiepass mit der Produktinformation auf der Verpackung vergleichen. Wer Produkte ohne Konservierungsstoffe vorzieht, sollte beachten, dass sie nicht unbegrenzt haltbar sind. Hier empfiehlt es sich, kleinere Produktgrößen zu kaufen und sie kühl und dunkel aufzubewahren. Verändert sich die Konsistenz, Geruch oder Farbe einer Lotion oder Sonnencreme, sollte diese nicht mehr verwendet werden. Denn verdorbene Produkte können die Haut reizen und schädigen. Eine gute Alternative sind Kosmetika ausgezeichnet mit dem DAAB-Label, sie sind garantiert ohne potente Allergieauslöser.


Empfindliche Haut bei Hausputz

Ich frage mich ob ich in unserem Allergiker Haushalt (Kontaktallergien und Asthma) eigentlich etwas beim Putzen beachten sollte?

In vielen Putzmitteln stecken allergieauslösende Substanzen die Kontaktallergien verursachen können. „Duftstoffe, Konservierungsmittel und Tenside sind die bekanntesten Auslöser. Sie werden über die Haut aufgenommen und können Ekzeme auslösen. Das sind juckende und entzündete Hautveränderungen. Je häufiger sie mit solchen Mitteln putzen, desto höher ist die Gefahr, dass der Körper allergisch darauf reagiert. Aber die Gefahr besteht nicht nur für Sie. Gerade die Duftstoffe in Putzmitteln in Verbindung mit dem heißen Wasser können in die Raumluft gelangen und hier die Atemwege Ihrer Familie reizen oder bei sehr empfindlichen Personen auch Asthmaanfälle auslösen. Auch Bio-Putzmittel können solche Reaktionen auslösen. Sie enthalten statt chemischer Duftstoffe, ätherische Öle, die ebenfalls die Haut und die Bronchien reizen können.

Allgemeine Putztipps für Allergiker

  • Selbst Menschen, die bisher nie derartige Probleme hatten, sollten auf schonende Reinigungsmittel zurückgreifen, denn die Menge macht das Gift.
  • Benutzen Sie duftstofffreie Reinigungsmittel und achten Sie darauf das nur wenige Inhaltsstoffe enthalten sind und keine Duftstoffe. Der DAAB stellt Ihnen gerne eine Liste mit verträglichen Putzmitteln zur Verfügung.
  • Achten Sie auf das DAAB Logo beim Einkauf.
  • Verwenden Sie doch mal alte Hausmittel wie Soda, Backpulver, Natron, Gall- oder Schmierseife.
  • Schützen Sie die Haut durch Handschuhe und cremen die Hände nach dem putzen dick ein, damit sie sich regenerieren können.
  • Vermeiden Sie Sprühflaschen. Die feinen Aerosole können die Atemwege belasten. Besser wäre es, das Reinigungsmittel auf einen Schwamm zu geben.
  • Wenn Sie jetzt noch Fragen haben, dann schnell Mitglied im Deutschen Allergie- und Asthmabund werden.

Allergien und Orchideen

Ich liebe Blumen und somit auch Orchideen. Gibt es Allergien auf Orchideen?

Ja, die gibt es vereinzelt. In der Literatur existieren vereinzelte Meldungen über Kontaktallergien der Hände und Unterarme von Orchideenzüchtern. Nach dem Schutz mit Handschuhen wurde auch über die Entwicklung von Hautreaktionen an der Nasenspitze durch zufälligen Kontakt mit überhängenden Blüten berichtet. Für die Reaktionen werden sogenannte chinoide Verbindungen (Chinone)verantwortlich gemacht. Ein Beispiel ist das Cypripedin (z.B. Hauptallergen im Frauenschuh). Es gehört zu den Phenanthrenchinonen. Dabei besteht auch die Möglichkeit der Kreuzreaktion unter den einzelnen Chinonen. Liegt eine Sensibilisierung mit allergischer Reaktion auf diese Stoffe vor, können auch weitere chinoide Inhaltsstoffe anderer Arten eventuell eine Hautreaktion hervorrufen wie das Primin von Becherprimeln. Gelegentlich werden Reaktionen auf Vanille gemeldet. Auch die Vanillepflanze gehört zu den Orchideen. In den fermentierten Vanilleschoten fand man Allergene wie etwa Vanillin und Ethylvanillin. Die Inhaltsstoffe des Vanillearomas von Vanillepflanzen sollen rund 400 Substanzen enthalten. Kreuzreaktionen können auch bei Allergikern mit Reaktionen auf Perubalsam auftreten.
Bei Menschen mit empfindlichem Bronchialsystem können Gerüche und auch intensive Düfte von Pflanzen zu einer Reizung oder Verengung der Atemwege führen. Duftende Orchideen können daher auf diesem Wege zu Reaktionen führen. Es wird über Einzelfälle von Soforttyp-Allergien auf Vanille mit Reaktionen wie einem Quincke-Ödem (Gesichtsschwellung) oder Bronchospasmus (Krampf der glatten Bronchialmuskulatur) berichtet. Duftstoffe können aber auch, wie oben beschrieben, für allergische Hautreaktionen verantwortlich sein. Über allergische Reaktionen auf den Blütenpollen wird bisher nicht berichtet. Dies mag daran liegen, dass Orchideen in der Regel besondere Übertragungsmechanismen von Pollenpaketen auf die bestäubenden Tiere wie Insekten und Kolibris entwickelt haben und keine massenhafte Pollenproduktion nutzen wie dies bei windblütigen Arten wie Hasel, Erle, Birke oder Gräsern der Fall ist.


Pollenallergie und Neurodermitis

Ich habe seit einiger Zeit eine nicht erklärbare Hautreaktion. Was mich wundert. Kann sich eine Pollenallergie auch als Neurodermitis zeigen?

Ja, eine Pollenallergie kann auch das Hautbild der Neurodermitis verschlechtern. Viele Betroffene verbinden mit der Diagnose Neurodermitis die Annahme, dass eine Allergie vorliegt. Das kann auch durchaus zutreffend sein, da Neurodermitis ebenso wie Asthma, Heuschnupfen und Nahrungsmittelallergien zum atopischen Formenkreis gehört. Das bedeutet, dass allen Krankheitsbildern die gleiche erbliche Veranlagung zugrunde liegt. Neurodermitis kann aber ebenso wie Asthma auch ohne eine allergische Erkrankung ausbrechen. Das macht den Umgang mit der Erkrankung oftmals schwieriger, weil kein Auslöser gefunden und gemieden werden kann.
Vielen Neurodermitikern ist nicht bewusst, dass sich eine Allergie, zum Beispiel gegen Pollen oder Haustaubmilben, auch nur in einer reinen Hautverschlechterung zeigen kann. Klassischerweise wird vermutet, dass sich ein Heuschnupfen durch juckende, tränende Augen, eine verstopfte oder laufende Nase bemerkbar macht. Bei Neurodermitis trifft dies aber nicht immer zu. Beispielsweise zeigen Säuglinge vor dem Krabbelalter mit einer Hausstaubmilbenallergie vermehrt Ekzeme am Rücken, weil sie viele Stunden am Tag auf dem Rücken liegend verbringen. Allgemein sieht man bei luftgetragenen Allergieauslösern (Pollen, Milben, Tierhaare) vermehrt Ekzeme an Hautstellen, die direkt der Luft ausgesetzt sind wie die Kopf-/Halsregion oder die Hände.
Auch die typischen Kreuzreaktionen, die man als Pollenallergiker kennt, können sich als Neurodermitis-Verschlechterung zeigen. Am häufigsten kommen hierbei die Kreuzreaktionen zwischen Birkenpollen und Nüssen sowie rohem Stein-und Kernobst zum Tragen.
Ein Heuschnupfen muss sich also nicht immer im gleichen Kleid präsentieren: es kann eine Kombination aus Beschwerden an Augen/Nase/Bronchien und einer Neurodermitisverschlechterung vorliegen als auch reine Hautverschlechterung. In allen Fällen sollte eine Hyposensibilisierung in Erwägung gezogen werden, um den Körper an den Allergieauslöser zu gewöhnen und eine Verträglichkeit bzw. deutliche Beschwerdelinderung zu erzielen – und ggf. ein allergisches Asthma vorzubeugen!


Asthma und Grippe

Ich bin Asthmatikerin. Sollte ich mich gegen Grippe impfen lassen?

Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD, sowie Menschen ab 60 Jahren oder Personen mit Grundkrankheiten wie Diabetes, Schwangere, medizinisches Personal und Betreuer von Risikopatienten sollten sich gegen Grippe impfen lassen. In Deutschland leiden circa neun Millionen Menschen an chronischen Atemwegserkrankungen. Gerade diese Menschen mit Asthma und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) kann die bevorstehende Grippewelle zum Verhängnis werden. Der beste Zeitpunkt für eine Impfung ist zwar Oktober/November, aber auch jetzt können Sie die Impfung noch mit Ihrem Arzt besprechen.


Die ersten Anzeichen
Ein Atemwegsinfekt, der für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen schnell zu starken Beschwerden führen kann, entsteht, wenn Krankheitserreger in die Atemwege gelangen, sich dort vermehren und eine Entzündung verursachen. Zwei Arten von Erregern spielen hierbei eine Rolle: Viren und Bakterien.
Betroffene sollten auf die typischen Krankheitsanzeichen achten und schnell reagieren:

  • Allgemeines Unwohlsein, starkes Schwitzen, Fieber
  • verstärkter Husten mit und ohne Auswurf
  • Veränderter Auswurf: größere Menge, zäherer Schleim, weißlich-grauer Auswurf bei viralen Infekten, gelb-grüner Auswurf bei Bakterienbesiedlung
  • Warnsymptome: Abfall des Peak-Flow-Wertes (Atemstromstärke), zunehmende Atemnot – auch in Ruhe, Verringerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, erhöhter Bedarf an bronchienerweiternden Medikamenten.

Vorbeugen ist die beste Strategie!
Um erst gar nicht einen Krankheitsschub durch Infekte auszulösen, sollten Patienten folgendes beachten:

• Allgemeine Empfehlungen wie Verzicht auf Nikotin und Alkohol, eine ausgewogene Ernährung, körperliche Aktivität.

  • Meiden von großen Menschenansammlungen und von erkrankten Personen
  • Hygiene: Reinigen Sie regelmäßig Ihre Inhalationsgeräte. Nur eine Person sollte die jeweiligen Hilfsmittel verwenden
  • jährliche Grippeschutzimpfung
  • Pneumokokken-Schutzimpfung: Pneumokokken sind Bakterien, die besonders häufig (Atemwegs-) Infekte auslösen. Die Impfung sollte nach fünf Jahren wiederholt werden
  • schleimlösende Medikamente können bei regelmäßiger Einnahme in der kalten Jahreszeit vor Infekten und Krankheitsschüben schützen (unbedingt mit dem Arzt vorab besprechen).

Wird Neurodermitis vererbt?

Wir wollen ein Kind haben, haben aber auch Neurodermitis. Deswegen unsere Frage. Ist Neurodermitis erblich?

Viele Eltern fragen sich, ob sie ihre allergischen Erkrankungen direkt an das Kind weitervererben. Neurodermitis ist genauso wie Asthma, Heuschnupfen und Nahrungsmittelallergien erblich veranlagt. Das bedeutet, die Veranlagung, eine dieser vier Erkrankungen zu entwickeln, wird vererbt. Aber wenn Mutter oder Vater als Kind eine Neurodermitis hatten, muss der Nachwuchs nicht zwingend auch eine entwickeln. Je mehr Familienmitglieder (Vater, Mutter, Geschwister) eine allergische Erkrankung haben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Nachwuchs im Laufe seines Lebens eine Allergie entwickelt.
Insbesondere eine Neurodermitis kann man aber nach neuesten Studien wahrscheinlich gut vorbeugen, indem man sehr früh mit einer geeigneten Hautpflege beginnt. Diese sollte für Säuglinge ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe auskommen. Damit wird die Hautbarriere gestärkt, so die Vermutung der Forscher. Vor allem für Hochrisiko-Kinder (beide Elternteile haben oder hatten Neurodermitis) ist dieser neue Ansatz sicher eine gute Möglichkeit, über die gestärkte Hautbarriere weniger Allergien zu entwickeln. Weitere Studien werden zeigen müssen, ob durch das frühe Cremen vielleicht auch Nahrungsmittelallergien verhindert werden können. Denn wir wissen, dass sich viele Kinder mit (schwerer) Neurodermitis über die Haut gegen Nahrungsmittel sensibilisieren und dann auch direkt nach dem ersten Verzehr des Nahrungsmittels reagieren können. Je schwerer ausgeprägt eine Neurodermitis ist, desto zahlreicher sind die positiven Allergietestbefunde. Sprich: je durchlässiger die Hautbarriere, desto mehr Allergien können entstehen.


Wo steckt Nickel drin?

Ich leide unter einer Kontaktallergie auf Nickel. Muss ich nur Schmuck weglassen oder ist Nickel noch in anderen Gegenständen enthalten?

In erster Linie ist es nickelhaltiger Schmuck der die Beschwerden verursacht. Überprüfen Sie aber zusätzlich Ihren Alltag auf den Gebrauch von nickelhaltigen Gebrauchsgegenständen, die längeren Kontakt mit der Haut haben, wie z.B. Hosenknöpfe die direkt auf dem Bauch aufliegen, Uhren, Brillengestelle und Schminkartikel. Ja, auch Lidschatten und Wimperntusche können Nickelionen enthalten. In der Regel sind es geringe Mengen, die keine Nickelallergie auslösen können, aber bei sehr empfindlichen, bereits sensibilisierte Personen können sie Ekzeme auslösen. Informieren Sie ebenfalls ihre behandelnden Ärzte, Zahnärzte und Optiker über die Allergie. Wussten Sie auch, dass in Zigarettenrauch große Mengen an Nickelionen enthalten Sind. Als Nickelallergiker sollten Sie dringend das Rauchen einstellen.


Impfen von Kindern

Mein Kind leidet unter Neurodermitis und muss nun geimpft werden. Spricht etwas dagegen?

Nein es spricht nichts dagegen. Kinder und Erwachsene mit Neurodermitis können wie jeder andere hautgesunde Mensch nach den Empfehlungen der StiKO geimpft werden. Ohne Zweifel führen Impfungen zu keiner gesteigerten Rate an Allergien, Asthma oder Neurodermitis.Im Gegenteil: die Studienlage deutet vielmehr darauf hin, dass der gezielte Kontakt – also die Auseinandersetzung des Immunsystems mit Angreifern – zur Vorbeugunghilfreich ist.

In Bezug auf die Neurodermitis sollten beachten Sie trotzdem, dass jede Impfung auch zu einer Hautverschlechterung führen kann. Dies ist allerdings kein Grund nicht zu impfen und es bedeute nicht, dass eine allergische Reaktion auf die Impfung stattgefunden hat. Sehr viele Neurodermitiker entwickeln einen Schub, wenn sie eine Erkältung, eine Infektion oder ähnliches haben. Genauso verhält es sich mit der Impfung. Hier muss also gezielt erwogen werden, ob der Nachteil eines Schubes schwerer wiegt als eine potenziell schwerwiegende Erkrankung, gegen die man sich bzw. sein Kind mit einer Impfung schützen kann.


Breierne Zeit?

Kann ich durch die Nahrung meinen Säugling vor Allergien schützen?

Lange Zeit wurde angenommen, dass sich Allergien dadurch verhindern lassen, dass man häufige Allergene aus der Umgebung des Säuglings fernhält. Doch hat dieser Ansatz eher zu einer Zu- als zu einer Abnahme der Häufigkeit von Allergien geführt. Inzwischen wird nicht mehr zu einer vorbeugenden Meidung häufiger Allergene geraten, sondern eher eine Konfrontation mit Umweltfaktoren empfohlen. Dies soll die natürliche Toleranzentwicklung des Körpers fördern. Dennoch gibt es in Deutschland nach wie vor keine Empfehlung zur gezielten Einführung bestimmter Nahrungsmittel. Vielmehr wird empfohlen, nach dem vierten Monat mit der Beikost zu beginnen und dabei die Nahrungsmittel einzuführen, die in der Umgebung des Kindes vorkommen. Die grobe Richtschnur für die Beikost bietet immer noch der „Ernährungsplan für das erste Lebensjahr“ von Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund.


Zeigt her Eure Winterfüße

Jeden Herbst und Winter fangen meine Füße an stark zu jucken. Gibt es so eine Winterallergie, speziell an den Füßen?

Füße, die nicht mehr „atmen“ können und gleichzeitig nicht durch entsprechende Pflegeprodukte geschmeidig gehalten werden, trockenen stark aus. Tiefe Risse (Rhagaden) entstehen, die zum Teil bluten und lange, intensive Pflege zum Abheilen benötigen. Diese stark ausgetrockneten Hautareale treten insbesondere an Fingern und Füßen auf. Bei Neurodermitikern können sie auch in kleinerem Umfang als Einrisse an den Ohrläppchen oder den Mundwinkeln vorkommen. Beim Befall der Füße spricht man wie schon gesagt vom atopischen Winterfuß. Dieser tritt zu Beginn an der Fußsohle und / oder den Zehenkuppen auf und geht erst im weiteren Verlauf auf die Zehenzwischenräume über.

Tipps:

  • Tragen Sie geschlossenes Schuhwerk nur so lange wie nötig.
  • Socken aus Baumwolle sind besser geeignet als aus synthetischen Fasern.
  • Waschen Sie Ihre Füße vor dem Eincremen oder gönnen Sie sich ein rückfettendes Fußbad.
  • Vorsicht: viele Fußbäder enthalten ätherische Öle, die die Haut reizen und auch Kontaktallergien auslösen können.
  • Trocknen Sie die Füße nach dem Bad gründlich ab, insbesondere auch die Zehenzwischenräume.
  • Cremen Sie Ihre Füße regelmäßig, am besten täglich mit einem Fußpflegeprodukt ein.
  • Achten Sie bei der Auswahl der Pflegeprodukte darauf, dass der Fettanteil ausreichend hoch ist. Die Faustformel lautet: je trockener die Haut, desto höher der Fettanteil.
  • Pflegende Inhaltsstoffe wie Harnstoff (5-10 Prozent), pflanzliche Öle, Glycerin, Panthenol machen die Haut geschmeidig bzw. wirken abschuppend.

Ernährung und Fötus

Hat die Ernährung in der Schwangerschaft einen Einfluss auf das ungeborene Kind?

Allergien beim Nachwuchs verhindern zu wollen, ist ein hehres Ziel. Doch da viele Faktoren die Entwicklung des Immunsystems beeinflussen, ist ein Eingreifen nur bedingt möglich.

Weder die genetische Veranlagung noch viele Umwelteinflüsse lassen sich verändern. Die Ernährung ist sicherlich ein Aspekt, der sich gezielt anpassen lässt. Allerdings ist bis heute nur bedingt klar, welche Rolle die Ernährung spielt. Aber offenbar fängt der Ernährungseinfluss bereits bei der Schwangeren an. So zeigen aktuelle Studien, dass zum Beispiel eine schlechte Versorgung der Mutter mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren mit einem erhöhten Risiko für allergische Atemwegserkrankungen beim Nachwuchs einhergeht. Darüber hinaus gelten qualitativ hochwertige Ernährungsformen, die mit einem hohen Gemüse- und Obstkonsum einhergehen, im Idealfall frisch zubereitet sind und sich durch eine große Vielfalt auszeichnen, als günstig für Mutter und Kind.


Allgemeines zum "Mikrobiom"

Hat das Mikrobiom des Darms einen Einfluss auf die Neurodermitis?

Obwohl das Wissen um die Rolle des Darmimmunsystems und des Mikrobioms zunehmend wächst und sich die Zusammensetzung des Mikrobioms mittlerweile untersuchen lässt, sind gezielte Einflussmöglichkeiten nach wie vor begrenzt und lassen keine allgemeine Empfehlung zu.
Lange wurde der Einfluss des Darms auf die Haut von der Schulmedizin nicht anerkannt. Inzwischen wird die entscheidende Rolle, die dem Darmimmunsystem und damit der Mikrobiota in Hinblick auf die Ausbildung von Toleranz, aber auch auf die Entwicklung von allergischen Erkrankungen zukommt, nicht mehr angezweifelt. Es wird davon ausgegangen, dass eine vielfältige Zusammensetzung und Aktivität der Darmbakterien entscheidend für die Ausbildung von Toleranz ist. Diese kann durch zahlreiche Faktoren wie Ernährung, Pro-, aber auch Präbiotika-Gabe, den Geburtsvorgang, den Gesundheitszustand, Medikamenten-Einnahme, aber auch durch Stoffwechselprodukte der Darmbewohner selbst beeinflusst werden. Eine eingeschränkte Diversität (Vielfalt), eine geminderte Produktion der kurzkettigen Fettsäure Butyrat, erhöhte Mengen an Laktat und eine ungünstige Zusammensetzung der Darmbakterien wird mit einem erhöhten Risiko, eine Neurodermitis zu entwickeln, zusammengebracht. Betrachtet man die Datenlage zur gezielten Gabe von Pro- und Präbiotika, also der Gabe von Bakterien selbst oder Futter für diese, zeigt sich ein leichter Schutzeffekt in Hinblick auf Neurodermitis. Allerdings fällt die Wirkung – ähnlich wie bei der Ernährung – individuell unterschiedlich aus und hängt maßgeblich davon ab, welche Effekte im Darm des Einzelnen über die verabreichten Pro- und Präbiotika oder über die Ernährung erzielt werden. Obwohl das Wissen um die Rolle des Darmimmunsystems und des Mikrobioms zunehmend wächst und obwohl sich die Zusammensetzung des Mikrobioms heute durch Analyse der Genbestandteile einer Stuhlprobe detailliert analysieren lässt, sind gezielte Einflussmöglichkeiten nach wie vor begrenzt.


Neurodermitis: Positive Wirkung durch Fettsäuren

Hat die Zusammensetzung der Fette in meiner Ernährung einen Einfluss auf meine Neurodermitis?

Ja, neue Studien belegen eine positive Wirkung, speziell von langkettigen Omega-3-Fettsäuren auf die Entzündungsreaktionen bei Neurodermitis. Bei einer chronisch entzündliche Hauterkrankung, die als Basispflege ein tägliches, ggf. sogar mehrfaches Eincremen erfordert, stellt sich automatisch die Fragen, ob auch von innen her dem Thema Fett eine Bedeutung zukommt. Interessant sind in diesem Zusammenhang vor allem die langkettigen Omega-3-Fettsäuren, weil ihnen eine anti-entzündliche Wirkung zugeschrieben wird. Diese in Seefisch, in bestimmten Seealgen, aber auch in der Milch und im Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren vorkommenden Fette wirken im Körper als Gegenspieler zu den deutlich mehr verzehrten Omega-6-Fettsäuren, die in Sonnenblumenöl, Maiskeimöl sowie Nuss- und Samenölen enthalten sind. Sie hemmen die entzündungsfördernde Wirkung der Omega-6-Fettsäuren und wirken eher regulierend auf die Immunantwort. Inzwischen weiß man sogar, dass aus langkettigen Omega-3-Fettsäuren aktiv entzündungsabbauenden Botenstoffen im Körper gebildet werden.
Bereits in den 80er Jahren gab es erste Untersuchungen zur Wirkung dieser Fettsäuren auf den Hautzustand. Allerdings widmete man sich dann eher Fetten wie Nachtkerzen- und Borretsch Öl, von denen man sich aufgrund des Gamma-Linolensäure-Gehalts eine günstige Wirkung auf den Hautzustand versprach. Dieser Ansatz hat sich inzwischen als wirkungslos gezeigt. Dagegen haben Forschungen zum Effekt der langkettigen Omega-3-Fettsäuren auf die Neurodermitis durch die Ergebnisse aus Allergiepräventionsstudien neuen Aufwind bekommen. Eine gute Versorgung mit diesen Fetten geht offenbar mit einer schützenden Wirkung hinsichtlich allergischen Erkrankungen einher. Auch im therapeutischen Bereich, also zur Behandlung einer Neurodermitis, erscheint eine gezielte Aufnahme von langkettigen Omega-3-Fettsäuren zur günstigen Beeinflussung der Haut sehr wahrscheinlich. Wichtig ist dabei allerdings, dass nicht auf pflanzliche Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Lein- und Hanföl vorkommen, ausgewichen wird. Denn diese haben nicht die ausreichende Kettenlänge, um die beschriebenen günstigen Wirkungen zu erzielen.


Hilft FODMAP beim Reizdarm?

Ist das FODMAP – Ernährungskonzept für Reizdarmpatienten die Lösung?

Leider nein, denn nicht immer lassen sich die Beschwerden eines Reizdarm-Syndroms über eine pauschale Ernährungsumstellung günstig beeinflussen. Reizdarm ist eine belastende Krankheit, die die Lebensqualität der Betroffenen massiv einschränkt. Insofern ist der Wunsch nach Beeinflussung dieser Krankheit, im Idealfall sogar Heilung, immens groß. Der naheliegendste Ansatz aus Sicht der Betroffenen besteht darin, die Ernährung umzustellen. Doch nicht immer lassen sich die Beschwerden über eine Ernährungsumstellung günstig beeinflussen. Andererseits muss bei jeder Diät abgewogen werden, ob der Leidensdruck der Diät durch die Einschränkung nicht höher ist, als der Leidensdruck der Erkrankung selbst. Leider findet diese Abwägung aus dem starken Wunsch heraus, die Beschwerden „in den Griff“ zu bekommen, nur selten statt. Im Gegenteil, oftmals führt eine starke Einschränkung durch die Diät sogar zu einer erhöhten Erwartungshaltung hinsichtlich Besserung. In einem solchen Fall wirkt der Wunsch nach Wirkung stärker als die Diät selbst. Dies lässt sich gut am Beispiel der low-FODMAP-Diät beobachten.
Unter dieser Diät wird die Aufnahme fermentierbarer Oligosaccharide (z. B. Innulin), Di- (Laktose) und Mononsaccharide (Fruktose) sowie Polyole (Sorbit etc.) sehr stark eingeschränkt, so dass nur ein limitiertes Speiseangebot bleibt. Hintergrund dieser Empfehlung ist die Beobachtung, dass ein erhöhter Verzehr dieser Verbindungen zu Blähungen, Durchfällen und Schmerzen führen kann. Anwendungen dieser Diät haben gezeigt, dass viele Reizdarm-Betroffene von diesem Diätansatz profitieren. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass der Benefit vor allem in der diätetischen Betreuung und nicht in der Diät an sich liegt. Während Gesunde die low-FODMAP-Diät als Einschränkung ihrer Lebensqualität empfinden, profitieren viele Reizdarmpatienten. Ein Plazeboeffekt unter dem Motto „The bill is the pill“ ist bei so einer Beobachtung durchaus wahrscheinlich. Beunruhigend an diesem Diätansatz ist außerdem, dass die Folgen dieser Diät häufig nicht in Betracht gezogen werden. So ist bekannt, dass sich die Zusammensetzung der Darmbakterien unter Diät ungünstig verändert. Die Ernährung in Hinblick auf eine Beeinflussung des Reizdarmsyndroms unter die Lupe zu nehmen, ist durchaus sinnvoll. Dies sollte aber individuell und mit Hilfe einer erfahrenen Ernährungsfachkraft erfolgen und nicht auf Basis einer umfangreichen Pauschaldiät.


Duftstoff: Natur oder Synthetik?

Ich habe eine Allergie auf Duftstoffe. Sind natürliche Substanzen besser verträglich, als synthetische?

Die Herkunft der Duftstoffe spielt bei der Allergie keine Rolle, allergieauslösend können sowohl natürliche wie synthetische Duftstoffe sein. Duftstoffe verleihen den kosmetischen Produkten ein angenehmes Aroma und können gleichzeitig den chemischen Geruch der Rohstoffe überdecken. Viele Duftstoffe können bei empfindlicher Haut oder einer generellen Veranlagung Hautirritationen, Allergien, Atembeschwerden bzw. Unverträglichkeitsreaktionen auslösen.
Derzeit müssen 26 allergieauslösende Duftstoffe auf der Verpackung einzeln angegeben werden, wenn sie in einer Konzentration über 0,01% in abspülbaren Produkten wie Shampoos oder Duschgelen eingesetzt werden bzw. wenn ihre Konzentration in Kosmetika, die auf der Haut verbleiben wie Cremes oder Sonnenschutzprodukte mehr 0,001% beträgt. Von den deklarationspflichtigen Duftstoffen werden sechs rein synthetisch hergestellt, dazu gehören u.a. Lyral, Lilial oder Amyl Cinnamal. Die meisten allergieauslösenden Duftstoffe können in Pflanzen natürlicherweise vorkommen, viele von ihnen werden aber in Laboratorien nachgebaut. Beispielsweise ist Geraniol ein Bestandteil im Rosenöl, Farnesol in Maiglöckchenduft und Eugenol im Gewürznelkenöl enthalten.
Duftstoffe sind relevante Allergieauslöser, sie stehen auf Platz zwei der häufigsten Kontaktallergene, direkt nach Nickel. Ein Grund dafür liegt sicherlich in der weiten Verbreitung der Duftstoffe in diversen Produkten – nicht nur in Kosmetika, Parfüms, Waschmitteln oder in Putz- und Reinigungsmitteln, sondern in vielen Alltagsprodukten wie in Lebensmitteln wo sie als Aromastoffe eingesetzt werden, in Medikamenten und medizinischen Salben, in Raumerfrischern, WC-Steinen oder Duftkerzen. Verbraucher sind fast ununterbrochen den Duftstoffen ausgesetzt, empfindliche Personen können allergische, irritative Reaktionen oder Unverträglichkeitsreaktionen entwickeln.
Wer generell auf Duftstoffe in Kosmetika und Wasch- sowie Reinigungsmitteln verzichten möchte sollte die Auslobung auf den Produkten genau beachten. Vorsicht ist geboten bei Produkten, die ausgelobt werden mit Hinweisen wie „duftneutral“ oder „mit natürlichem Duft“ - sind nicht unbedingt frei von allergieauslösenden Düften. Eine gute Alternative sind Kosmetika ausgezeichnet mit dem DAAB-Label, sie sind garantiert Duftstoff-frei.


Indizien für eine Lebensmittel-Allergie

Ist die Höhe der Allergiewerte im Bluttest (IgE) ein Indiz für die Stärke meiner Lebensmittel-Allergie?

Leider nein. Anhand der Höhe der Blutwerte kann nicht vorhergesagt werden, wie stark die Allergie ist oder wie stark die Beschwerden auftreten.
Bei einem Allergietest im Blut werden ganz spezifische IgE-Antikörper auf ein spezielles Lebensmittel bzw. eine Lebensmittelkomponente (Allergieauslöser-Allergen) bestimmt. Die Ergebnisse dieser einzelnen IgE-Antikörper (etwa auf Kuhmilch oder Haselnuss etc.) werden als quantitativer Wert in kU/l angegeben (z.B. 12,7 kU/l) und entsprechend der Höhe dieses Wertes anschließend Klassen zugeordnet (z.B. 3). Die Klassen und Referenzwerte in kU/l (Kilo-Units pro Liter) können je nach Messmethode und Labor variieren, daher sind sie meist schwer vergleichbar. Sie entsprechen einer logarithmischen Einteilung und umfassen zum Teil große Spannen. Es kann nicht anhand der Werte vorhergesagt werden ob es sich um eine starke oder schwache Allergie handelt bzw. ob eher mit schweren oder leichten Beschwerden zu rechnen ist.
Ein positiver spezifischer IgE-Befund entspricht zunächst einer "Sensibilisierung". Eine Sensibilisierung muss nicht klinisch relevant sein, das heißt: nicht zwingend zu Reaktionen führen. Nur wenn bei oder nach dem Kontakt mit dem Allergieauslöser, Symptome auftreten liegt eine klinische Relevanz vor, aus der sich dann auch eine therapeutische Konsequenz ergeben kann.
Letztendlich kann unabhängig von allen heute möglichen Testverfahren nur der Arzt in der Zusammenschau aller vorliegenden Ergebnisse (Anamnese, Haut- und Bluttestungen, Provokation) die klinische Relevanz einer allergischen Sensibilisierung ermitteln.


Lebensmittel-Allergie

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Lebensmittel-Allergie und einer Lebensmittel-Unverträglichkeit?

Der Begriff Lebensmittel-Unverträglichkeit ist medizinisch gesehen ein Überbegriff für jede unerwünschte Reaktion auf ein Lebensmittel. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Unverträglichkeit für Reaktionen verwendet, die nicht über das Immunsystem stattfinden (also nicht allergisch sind). Das ist nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig.
Egal in welche Kategorie Reaktionen auf Lebensmittel sortiert werden, es sollte immer nach einer Erklärung gesucht werden, warum der Körper auf das Lebensmittel reagiert. Hierzu gibt es verschiedene Testverfahren, die eingesetzt werden können, aber manchmal lohnt es sich auch einen Blick in das Ernährungs-Symptom-Tagebuch zu werfen, bevor teure Untersuchungen durchgeführt werden. Denn auch das WAS-WANN-WIE und WIEVIEL kann Einfluss auf unser Wohlbefinden nehmen. Nochmal zurück zur Begriffdefintion vom Anfang. Zur Lebensmittel-Unverträglichkeit zählen demnach medizinisch:

  • Verwertungsstörungen von Laktose (Laktose-Unverträglichkeit),
  • die Transporterstörung Fruktose-Malabsorption, Sorbit-Intoeranz,
  • die immunologisch vermittelte Darmerkrankung Zöliakie oder
  • Pseudoallergien auf natürliche und synthetische Inhaltsstoffe.

Zusätzlich werden unter dem Begriff auch Reaktionen bei denen der Pathomechanismus noch nicht einwandfrei geklärt ist, wie die Histamin-Unverträglichkeit oder die Gluten-Sensitivität (Nicht Weizen) zusammengefasst. Auch Allergien, Abwehrreaktionen des Immunsystems sind demnach Unverträglichkeiten.

Die Unterschiede sind für den Laien häufig zu kompliziert oder nicht ausreichend auseinanderzuhalten, was nachvollziehbar ist. Deswegen melden Sie sich bei uns, wenn Sie Fragen haben.


Einfluss der Ernährung auf Neurodermitis

Ich habe gelesen, dass es einen Zusammenhang von Ernährung und Neurodermitis geben soll. Stimmt das?

Ja, das stimmt. Eine Studie aus England hat gezeigt, dass man der Allergieentstehung über die Haut zuvorkommen könnte, wenn das Darmimmunsystem durch frühen Kontakt bereits Toleranz gegen eindringende Allergene ausgebildet hat. Allerdings hat sich dieses Konzept bisher nur für Erdnuss als erfolgreich erwiesen. Außerdem bedeutet früher Kontakt natürlich automatisch, dass das Lebensmittel auch in der Wohnumgebung vorhanden ist und somit auch über die Haut aufgenommen werden kann.
Somit leitet sich daraus keine grundsätzliche Empfehlung für eine gezielte frühzeitige Einführung häufiger Nahrungsmittelallergene ab, sondern vielmehr der Tipp, dem Kind nichts vorzuenthalten, was in der Wohnumgebung vorkommt. Wichtig ist vor allem, dass alles, was bereits vertragen wird, auch regelmäßig verzehrt wird, um die vorhandene Toleranz aufrecht zu erhalten.
Neurodermitis ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die sehr häufig in engem Zusammenhang mit der Ernährung gesehen wird. Und tatsächlich haben viele unserer jungen Nahrungsmittelallergiker eine Neurodermitis. Denn die gestörte Barrierefunktion der Haut kann – vor allem wenn die Haut entzündet ist – dazu führen, dass Allergene über die Haut aufgenommen und vom Immunsystem als Gefahr wahrgenommen werden. Daraus folgt allerdings nicht, dass dieser Vorgang immer zu einer Allergie führen muss. Schon gar nicht folgt daraus, dass alle Neurodermitiker eine Nahrungsmittelallergie haben. Sie haben lediglich ein erhöhtes Risiko, insbesondere dann, wenn frühzeitig eine schwere Form der Neurodermitis auftritt. Doch um welche Allergene handelt es sich, wenn wir von einer Allergieentstehung über die Haut sprechen. Prinzipiell lässt sich alles, was zuhause zubereitet und gegessen wird, auch im Hausstaub nachweisen. Auch wenn man annehmen würde, dass sich diese Beobachtung vor allem auf die Räume bezieht, in denen gegessen wird, findet man Allergen-belasteten Hausstaub auch im Kinderzimmer bzw. Kinderbett.


Kennzeichnung der Kosmetika – wichtige Information für Kontaktallergiker

Ich habe große Hautprobleme und muss deshalb auf die Inhaltsstoffe achten. Leider verstehe ich häufig nicht, was sich hinter den Bezeichnungen von Kosmetika verbirgt. Was kann ich tun?

Die Inhaltsstoffe der Kosmetika müssen auf den Produkten EU-weit einheitlich und vollständig angegeben werden. Alle Bestandteile in Shampoos, Lotion & Co. werden mit ihren englischen bzw. botanischen Fachbezeichnungen auf der Verpackung genannt. Eine Ausnahme sind Duftstoffe, die unter der Sammelbezeichnung „Parfum“ oder „Fragrance“ angegeben werden, wenn ein Duftstoff enthalten ist.
Für 26 allergieauslösenden Duftstoffe gibt es eine zusätzliche Deklarationspflicht.
Leider ist die Kennzeichnung nicht direkt verständlich, deutschsprachige Bezeichnungen sind nicht vorgesehen – zum Ärger vieler Verbraucher. Doch für Kontaktallergiker ist diese vollständige Deklaration eine wichtige Hilfe, um Produkte ohne ihre Allergieauslöser auswählen zu können. Anhand der diagnostizierten Kontaktallergene können sie unter Beachtung der INCI-Liste ihre problematischen Allergieauslöser erkennen und meiden.


Asthma: Pilzbefall im Mund

Ich inhaliere wegen meines allergischen Asthmas in der Pollenzeit täglich ein Cortison-Spray und habe nun einen Pilzbefall im Mund. Wie lässt sich das künftig vermeiden?

Eine Pilzinfektion im Mund kann auftreten, wenn Glucokortikoide inhaliert werden. Lagern sich die Partikel des Medikamentes im Mundraum ab, werden Pilzinfektionen begünstigt. Dies ist oft vermeidbar und tritt seltener auf, wenn die Patienten direkt vor einer Mahlzeit z.B. dem Frühstück inhalieren oder nach der Inhalation etwas trinken.

Wichtig ist auch die richtige Inhalationstechnik, die Asthmatiker in Patientenschulungen erlernen können. Die Anwendung unterscheidet sich bei den verschiedenen Inhalationsgeräten. Beispielsweise muss bei Dosieraerosolen langsam und tief, bei Pulverinhalatoren rasch und tief eingeatmet werden, da bei letzteren die Freigabe des Wirkstoffs durch den Atemzug ausgelöst wird. Bei allen Inhalationen sollte nach dem Einatmen der Atem für einige Sekunden angehalten werden.


Haut: Was hilft gegen aufgeplatzte Finger?

Unser Sohn, 4 Jahre, hat Neurodermitis. Sehr stark betroffen sind bei ihm die Zeige- und Mittelfinger. Dort platzen ihm regelmäßig die Fingerkuppen auf. Gibt es etwas, dass man speziell für die Finger machen könnte?

Aufgeplatzte, rissige Finger sind sehr häufig ein Problem bei Neurodermitis. Gute wäre es, wenn die Haut erst gar nicht aufplatzt, da offene Hautstellen eine Infektion begünstigen. Sehr gut gegen diese tiefen Hautrisse helfen fett-feuchte Verbände, an den Händen könnte man dies mit Handschuhen aus Baumwolle realisieren. Dazu werden die Finger/Fingerkuppen sehr dick mit einer fettreichen Basiscreme eingecremt, worüber ein angefeuchteter Baumwollhandschuh kommt. Über den feuchten Handschuh wird ein zweiter, trockener angezogen. Diesen Handschuhverband kann das Kind die ganze Nacht tragen, ohne dass es ihn stört. Am Morgen muss es dann die Hände wieder gut eincremen. Falls die Fingerkuppen offen sind und richtig nässen, sollte mit Schwarztee-Tupfern gearbeitet werden, bis die Haut geschlossen ist. Dann kann gegebenenfalls eine antientzündliche Creme aufgetragen werden.

Haben Sie weitere Fragen zur Hautpflege bei Neurodermitis. Dann sprechen Sie als Mitglied mit unseren Experten.


Besteht ein Zusammenhang zwischen Kreuzallergien und Säureblocker?

Ich leide unter einer Kreuzallergie und habe verstärkt Beschwerden in der letzten Zeit. Ich nehme auch Säureblocker, da mein Magen manchmal verrücktspielt. Gibt es da einen Zusammenhang?

Speziell als Pollenallergiker sollten Sie eher zurückhaltend mit der Einnahme dieser Medikamente sein. Säureblocker hemmen die Bildung von Magensäure, die allerdings ihre Funktion hat. Eiweiße erhalten durch die Magensäure eine Säuredusche und werden zum Teil inaktiviert. Dies ist wichtig für die Pollenallergiker mit pollenassoziierten Lebensmittelallergien, da so intakte Allergieauslöser in den Darm gelangen und zu Beschwerden führen. Ob die gehäufte Einnahme dieser Medikamente in Zusammenhang mit den immer häufiger auftretenden Reaktionen bei Ihnen stehen, ist rein spekulativ. Fest steht, dass das Risiko für Beschwerden nach dem Verzehr von pollenassoziierten Lebensmitteln steigt. Es lohnt sich einen Blick auf die Ernährung zu richten und mit Ihrem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft zu sprechen, bevor solche Medikamente genommen werden.

Tipps für eine magenschonende Ernährung:

  • 3-5 kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt.
  • Große Pausen von über 4 Stunden zwischen den Mahlzeiten vermeiden.
  • Fettreiche Mahlzeiten wie Fastfood meiden.
  • Eiweißbetonte Ernährung bevorzugen.
  • Den Verzehr von Süßigkeiten einschränken.
  • Alkohol, Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke einschränken.
  • Nikotin vermeiden.
  • Scharfe Gewürze meiden.
  • Speisen nicht zu kalt und nicht zu heiß verzehren.
  • Pfefferminze meiden.

Was sonst noch gegen eine gesteigerte Magensäureproduktion helfen kann:

  • Gewichtsreduktion (70 % der unter Relfuxbeschwerden leidenden Patienten sind übergewichtig!)
  • Die letzte Mahlzeit circa 3 Stunden vorm zu Bett gehen einnehmen.
  • Das Kopfteil des Bettes hochstellen.
  • Einschnürende Kleidung meiden.

Achtung - Neurodermitis steigert die Entstehung eines Handekzems?

Seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, dass die Neurodermtiis auch auf meine Hände übergegriffen hat. Kann das sein, DAAB?

Neue Erkenntnisse zeigen, dass das Risiko für Jugendliche eine Handekzem zu entwickeln um das Dreifache steigt, wenn sie als Kind eine Neurodermitis hatten.

Wer als Kind eine schwere Neurodermitis hatte oder wer als Jugendlicher noch immer unter dieser leidet, für den stieg das Risiko für ein Handekzem sogar auf das fünf- bis sechsfache an. Diese neuen Erkenntnisse sind nach unserer Ansicht wichtig für die Jugendlichen um eine geeignete Berufswahl zu treffen, denn häufig entstehen die chronischen Handekzeme beim Kontakt mit reizenden oder Allergieauslösenden Berufsstoffen. Besonders gefährdet sind medizinische und pflegende Berufe, das Friseurhandwerk, Reinigungskräfte, Berufe im KFZ-verarbeitenden Bereich (z.B. KFZ-Mechaniker/innen), in der Kunststoff- und Metallverarbeitung, der Baubranche (z.B. Maurer, Fliesenleger), Maler- und Lackiererbereich.

Das chronische Handekzem ist eine häufige Hauterkrankung: man geht davon aus, dass etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung daran leiden. Handekzeme können verschiedenen Ursachen und Ausprägungen haben. Bei rund der Hälfte der Betroffenen ist die Erkrankung berufsbedingt. Das Handekzem beginnt häufig mit einem Juckreiz der Haut und es können sich kleine Bläschen an den Fingerseiten und auf den Handflächen entwickeln. Durch ständigen Kontakt mit Wasser, Seifen oder Lösungsmitteln wird der Fett- und Säureschutzmantel der Haut entfernt oder geschädigt. Als Folge bilden sich Risse in der Oberhaut, durch die sowohl Krankheitserreger als auch allergisierend wirkende Substanzen eindringen

Der Schweregrad kann von leichter zu schwerer, chronischer Ausprägung variieren, wobei letztere durch eine Funktionseinschränkung der Hände eine Berufsunfähigkeit nach sich ziehen kann. Neben Schmerzen durch entzündete und aufgerissene Hautstellen, stellen vor allem der auftretende Juckreiz und dadurch ausgelöster Stress und Schlaflosigkeit eine starke Belastung für die Betroffenen dar. Etwa 5-7% der Handekzempatienten zeigen einen besonders hartnäckigen, chronischen und schweren Krankheitsverlauf. Sie bedürfen besonderer, dermatologischer Aufmerksamkeit, da sie häufig ein komplexes Therapiemanagement benötigen und in ihrem privaten und beruflichen Alltag stark eingeschränkt sind.

Seit einigen Jahren wird der Wirkstoff Alitretinoin (strukturverwandt mit Vitamin A), für die Behandlung von schweren, chronischen Handekzemen, die sich unter der Anwendung von cortisonhaltigen Cremes und Salben nicht gebessert haben, eingesetzt.

Die Betroffenen wünschen sich vor allem schnelle medizinische Hilfe, die sie trotz allem oft lange suchen müssen. Verschiedene Kliniken bieten daher inzwischen Handekzem-Sprechstunden an. Hier finden auch Beratungen zu beruflich bedingten Handekzemen statt. Wir helfen unseren Mitgliedern gerne bei der Kontaktaufnahme.

 


Einen Asthmaanfall frühzeitig erkennen?

Ich leide unter Asthma. Kann ich einen Asthmaanfall frühzeitig verhindern? Gibt es hier Warngeräte?

Die Diagnose Asthma bronchiale ist für viele Patienten zu Anfang sehr beunruhigend. Sie fühlen sich ausgeliefert und machtlos. Für die meisten Patienten ist es aber möglich, ein ganz normales Leben zu führen, wenn die Erkrankung gut kontrolliert ist und einen stabilen Verlauf zeigt. Daher ist es wichtig zu erkennen, dass Asthma durch eine disziplinierte Therapie in Zusammenarbeit mit dem Arzt aber auch durch ein gutes Selbstmanagement gut kontrolliert werden kann. Warngeräte sind uns nicht bekannt. Zur Selbstkontrolle sollten sie ein Peak-Flow-Meter benutzen und ihre Werte regelmäßig protokollieren. Ein Asthma-Tagebuch kann hier helfen.

Um einen Asthmaanfall zu verhindern, sollten Sie diese sieben Warnsignale beachten und rechtzeitig gegensteuern.

  1. Abnahme der körperlichen Belastbarkeit
  2. Zunahme der Atemnot
  3. steigender Verbrauch des Notfallsprays
  4. verstärkter Husten
  5. Nächtliche Hustenanfälle
  6. die Peak-Flow-Werte fallen ab
  7. Anzeichen eines Infekts

Fisch in der Schwangerschaft und Beikost?

Ich bin unsicher ob ich währen der Schwangerschaft Fisch verzehren soll. Einige raten davon ab, da Fische reich an Schadstoffen sind.

Immer wieder gibt es Verunsicherungen zum Thema Fischverzehr in der Schwangerschaft. Studien konnten jedoch belegen, dass der regelmäßige Fischverzehr (1-2mal pro Woche) das Neurodermitis- und Allergierisiko des Nachwuchses senkt. Fettreiche Meeresfische wie Lachs, Hering oder Makrele sind besonders gut geeignet, um den Bedarf an Omega-3- Fettsäuren zu decken. Meeresfische sind zudem eine wichtige Jodquelle. Aufgrund einer möglichen Schwermetallbelastung sollten fettreiche Raubfische wie Tunfisch, Schwertfisch, Heilbutt oder Hecht während der Schwangerschaft gemieden werden.
Um sich vor einer möglichen Infektion zu schützen, sollten Sie in der Schwangerschaft auf geräucherte und gebeizte Fische wie Räucherlachs, geräucherte Forelle oder Graved Lachs ebenfalls verzichten. Roher Fisch wie Sushi ist in der Schwangerschaft Tabu. Mit dem regelmäßigen Verzehr von Fisch nutzen Sie die Wirkung der Omega-3-Fettsäuren im Sinne der Allergieprävention für Ihr Kind.
Die Empfehlungen gehen weiterhin davon aus, dass Fisch auch in der Beikost einen präventiven Effekt hat. Probieren Sie doch mal das Fleisch einmal pro Woche durch Fisch zu ersetzt, wenn der Brei fester Bestandteil der täglichen Kost ist. Es eignet sich auch hier z.B. Lachs, Hering oder Regenbogenforelle.