Bei fünf bis sieben Prozent der Bevölkerung können Nahrungsmittel Allergien auslösen. Die
Beschwerden sind vielfältig und zeigen sich durch Juckreiz, Schwellungen im Mund, Durchfall,
Blähungen, Quaddeln, Ekzeme an Haut, Husten oder Atemnot. Da eine Nahrungsmittelallergie lange
Zeit unentdeckt bleiben kann, ist der Weg zur Enttarnung oft mit Detektivarbeit verbunden und
sollte immer durch eine Ernährungsfachkraft
unterstützt werden.
Die Auslöser einer Nahrungsmittelallergie können je nach Alter sehr unterschiedlich sein. Im Säuglingsalter stehen Grundnahrungsmittel wie Milch, Hühnerei, Nüsse oder Weizen im Vordergrund. Nahrungsmittelallergien, die im Säuglingsalter auftreten, haben die Tendenz sich bis zum 6. Lebensjahr zurückzuentwickeln. Jugendlichen und Erwachsene reagieren häufiger auf pollenassoziierte Nahrungsmittel, wie Obst , Gemüse oder Nüsse.
Bislang gibt es kein einzelnes verlässliches Testverfahren um eine Nahrungsmittelallergie zu diagnostizieren. Die Diagnose stützt sich immer auf mehrere Parameter:
Die Voraussetzung für eine effektive Behandlung einer Nahrungsmittelallergie ist die seriöse Diagnose. Patienten werden, speziell im Kindesalter aufgrund von Verdachtsmomenten vorschnell auf strikte Diäten gesetzt. Dies hat nicht selten eine Mangelernährung und Diätstress zur Folge.
Die erste Wahl bei der Therapie einer Nahrungsmittelallergie liegt, nach eindeutiger Diagnose, in der Karenzkost, d.h. im Vermeiden der Nahrungsmittel bzw. Inhaltsstoffe, die Probleme auslösen. Wichtig ist jedoch, nicht einfach ein Nahrungsmittel wegzulassen, sondern eine ausgewogene Ernährung trotz Allergie zu gewährleisten.
Allerdings gilt, dass jede Karenzkost daher individuell gestaltet und durch eine allergologisch spezialisierte Ernährungsfachkraft begleitet werden.
Tipps zur Diagnose von Nahrungsmittel-AllergienEinige Allergene in Nahrungsmitteln werden durch Verarbeitungsprozesse, wie Erhitzen, Zerkleinern oder Säuern zerstört. Besonders bei Obst und einigen Gemüsesorten ist dies der Fall. Versuchen Sie als Apfel-Allergiker also lieber Apfelkuchen oder -kompott, als rohen Apfel.
Nüsse, Sellerie, Erdnüsse und die meisten tierischen Auslöser für Allergien sind eher hitzestabil, so dass hier das komplette Meiden des Nahrungsmittels notwendig ist.
Informieren Sie sich, ob der Allergieauslöser als "verstecktes Allergen" in verarbeiteten Produkten enthalten ist. Hierzu gehören beispielsweise Kuhmilch, Hühnerei, Weizen, Soja oder Sellerie als Gewürz.
Achten Sie trotz Allergie auf eine ausgewogene Ernährung. Nehmen Sie eine individuelle Ernährungsberatung in Anspruch. Die Kosten werden von Ihrer Krankenkasse bezuschusst.
Führen Sie ein Ernährungs-Symptom Tagebuch. In dieses Buch tragen Sie die verzehrten Nahrungsmittel, Umgebungsfaktoren, Medikamente und Beschwerden ein. Vordrucke erhalten Sie beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V.