Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Erdnuss-Allergie

In den USA und Großbritannien leiden im Durchschnitt ein Prozent der Bevölkerung unter einer Erdnussallergie. Aufgrund des vermehrten technologischen Einsatzes in der Lebensmittelindustrie werden auch in Deutschland steigende Zahlen von Erdnussallergikern verzeichnet.


Wofür wir uns einsetzen und welche Angebote wir für unsere Mitglieder haben, lesen Sie am Ende des Textes.


Die ursprünglich aus Südamerika stammende Erdnuss ist eine Frucht des Arachis hypogeae Strauches. Sie ist morphologisch eine Nuss, wird aber botanisch zu der Familie der Hülsenfrüchte gezählt.

Tückischer Allergieauslöser

Während die meisten Nahrungsmittel erst ab einer bestimmten Menge allergische Reaktion auslösen, können bei der Erdnuss schon Mikrogramm-Mengen ausreichen, um lebensbedrohliche Symptome hervorzurufen. Hinzu kommt die Tatsache, dass eine Erdnuss-Allergie meist ein Leben lang bestehen bleibt. In der Literatur werden Beschwerden an den Atemwegen, Hauterscheinungen (Neurodermitisschub, Urtikaria und Quinke-Ödem), Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen aber auch Herzrasen, Schwindel, Bewusstlosigkeit sowie lebensbedrohliche Schockzustände beschrieben.

Im Erwachsenenalter kann eine Erdnuss-Allergie als Kreuzreaktion zu einer Gräserpollen-Allergie auftreten. Hier gilt: Ein positiver Allergietest muss dringend überprüft werden, da die Blutergebnisse aufgrund der Kreuzallergie auch eine stille Sensibilisierung anzeigen können. Das bedeutet, der Test ist positiv, aber es treten keine Beschwerden beim Verzehr auf.

Der eindeutige Nachweis einer Erdnuss-Allergie wird durch einen Allergologen mittels verschiedener Haut- /Blutuntersuchungen (Prick, IgE) und diätetischer Verfahren erbracht. In Einzelfällen muss ergänzend eine Provokation durchgeführt werden.

Meiden von Erdnüssen

Die Therapie einer Erdnuss-Allergie liegt in der Karenz, was nichts anderes heißt, als dass die Auslöser gemieden werden müssen. Bei kaum einem anderen Allergieauslöser stellt sich diese Diät komplizierter dar. Erdnüsse werden als Zutaten in den unterschiedlichsten Lebensmitten verarbeitet - vor allem in Naschwaren - und können beispielsweise durch gemeinsam genutzte Produktionsanlagen in Lebensmittel gelangen, die eigentlich erdnussfrei hergestellt werden. Erdnüsse und Produtke daraus müssen konsequent gemieden werden. Hierzu gehören Erdnüsse, Erdnußflips, -soßen, Erdnußbutter, -mehl, -creme, -mus, -öl, -flocken, -paste, -mark.

Ein Verzicht auf Erdnüsse bedeutet allerdings nicht, dass Nüsse wie Cashewnüsse, Haselnüsse, Macadamianüsse, Paranüsse, Pekannüsse, Pistazien, Mandeln oder Walnüsse gemieden werden müssen. Kreuzreaktionen zwischen Erdnüssen (Hülsenfrüchten) und Nusssorten sind im Einzelfall möglich, aber nicht zwangsläufig.

Der Einkauf

Beim Einkauf von verpackten Lebensmitteln kann ein Blick auf das Zutatenverzeichnis eine Orientierungshilfe sein. Hier werden Erdnüsse und Produkte daraus als Zutat aufgelistet. Achten Sie auf alle Begriffe mit Erdnuss im Namen.

Bei nicht verpackter, lose abgegebener Ware beim Bäcker, Metzger oder im Restaurant gilt seit dem 13. Dezember 2014 ebenfalls eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichung der 14 häufigsten Allergieauslösergruppen.

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.



Zu diesem Thema bieten wir Ihnen weitere schriftliche Informationen an:

  • Restaurantkarte Erdnuss-Allergie
  • Infopaket Anaphylaxie (Ratgeber, Notfall-Pass)
  • Flyer Allergen-Kennzeichnung
  • Ernährungs- Symptom-Tagebuch
  • Ernährungsfachkräfte in Ihrer Nähe

Das gibt es zusätzlich nur für unsere Mitglieder

  • Erdnuss-Allergie: Antworten von A-Z
  • Ausführliche Ernährungsempfehlungen zur Erdnuss-Allergie
  • Informationen zur Allergen-Kennzeichnung, speziell zur Spurenkennzeichnung
  • Rezeptsammlung

Dafür setzen wir uns ein

  • Bessere Allergie-Diagnostik von Lebensmittelallergien: Zugang für Patienten zu leitliniengerechter Diagnostik, d.h. Anamnese, Blut- und Hauttests und ggf. orale Provokationstestung (auch stationär).
  • Kostenübernahme einer qualifizierten Ernährungstherapie der Krankenkassen für Patienten mit einer Lebensmittel-Unverträglichkeit.
  • Ein für den Verbraucher verständliches und eindeutiges Zutatenverzeichnis:
    • einen Allergiehinweis auf verpackten Lebensmitteln außerhalb der Zutatenliste, in dem die allergieauslösenden Zutaten in "einfacher Sprache" aufgeführt sind. Beispiel: Enthält Milch, Weizen.
    • Einzelverpackungen aus Großgebinden sollten (bei ausreichender Verpackungsgröße) den Hinweis auf das Vorkommen von Hauptallergenen und möglichen unbeabsichtigten Verunreinigungen erhalten.
    • Differenzierung der Gruppen "Glutenhaltiges Getreide" und "Schalenfrüchte" bei Hinweisen auf unbeabsichtigte Kontamination: Statt "Kann Schalenfrüchte enthalten" besser formuliert "Kann Haselnüsse, Mandeln (etc.) enthalten". Statt "Kann glutenhaltiges Getreide enthalten" besser formuliert "Kann Weizen, Dinkel (etc.) enthalten".
  • Einheitliche Kennzeichnung durch einen vorgegebenen Wortlaut für das unbeabsichtigte Vormommen von Allergieauslösern (Spurenkennzeichnung).
  • Festlegung einer einheitlichen Grundlage zur Kennzeichnung von unbeabsichtigt vorkommenden "Spuren" anhand von medizinisch gesicherten Schwellenwerten.
  • Schriftliche Information zu allergenen Zutaten, die vollständig, tagesaktuell und für Kunden einsehbar ist.
  • Verpflichtende Allergenschulung für alle Mitarbeiter in Herstellung und Service bei unverpackt angebotenen Lebensmitteln (Lose Ware), z.B. angeschlossen an die Hygieneschulung.
  • Sichere Außer-Haus Verpflegung für Lebensmittelallergiker in Kitas, Schulen, Kliniken etc.: Verpflichtende Allergieschulungen für lebensmittelverarbeitende Berufe wie Metzger, Bäcker etc.
  • Aufnahme des Themas Lebensmittelallergien in die Ausbildung von Köchen, Metzgern, Bäckern sowie in allen Bereichen des lebensmittelverarbeitenden Industrie und Gastronomie.
  • Keine Ausgrenzung von Kindern mit Asthma, Allergien, und Neurodermitis in Kita und Schule.

Unsere Buchempfehlungen zu diesem Thema

 

Richtig einkaufen bei Nahrungsmittel-Allergie, Dr. Reese, Constien, Schäfer, 2007

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