Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Erdnuss-Allergie

Die Erdnuss zählt zu den problematischsten Allergieauslösern. In den USA und Großbritannien leiden im Durchschnitt ein Prozent der Bevölkerung unter einer Erdnussallergie. Aufgrund des vermehrten technologischen Einsatzes in der Lebensmittelindustrie findet das Thema auch in Deutschland ein zunehmendes Interesse und es werden steigende Zahlen von Erdnussallergikern verzeichnet.

Die ursprünglich aus Südamerika stammende Erdnuss ist eine Frucht des Arachis hypogeae Strauches. Sie ist morphologisch eine Nuss, wird aber botanisch zu der Familie der Hülsenfrüchte gezählt. Bis heute gilt sie ernährungsphysiologisch als hervorragender Mineralstofflieferant. Herzspezialisten preisen sie als Nerven- und Muskelnahrung. Die Erdnuss liefert hochwertiges Eiweiß und über 75% des Fettes besteht aus den wertvollen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Tückischer Allergieauslöser

Während die meisten Nahrungsmittel erst ab einer bestimmten Menge allergische Reaktion auslösen, können bei der Erdnuss schon Mikrogramm-Mengen ausreichen, um lebensbedrohliche Symptome hervorzurufen. Hinzu kommt die Tatsache, dass eine Erdnuss-Allergie meist ein Leben lang bestehen bleibt. In der Literatur werden Beschwerden an den Atemwegen, Hauterscheinungen (Neurodermitisschub, Urtikaria und Quinke-Ödem), Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen aber auch Herzrasen, Schwindel, Bewusstlosigkeit sowie lebensbedrohliche Schockzustände beschrieben.

Baukasten Diagnose

Der eindeutige Nachweis einer Erdnuss-Allergie wird durch einen Allergologen mittels verschiedener Haut- /Blutuntersuchungen (Prick, IgE) und diätetischer Verfahren erbracht. In Einzelfällen muss eine Provokation ergänzend durchgeführt werden.

Was tun bei einer Erdnuss-Allergie?

Die Therapie besteht in erster Linie aus einer Ernährungsumstellung. Nachdem durch den Allergologen eindeutig festgestellt worden ist, dass eine Erdnuss-Allergie vorliegt, müssen Erdnüsse strikt vom Speiseplan gestrichen werden. Um schweren allergischen Reaktionen vorzubeugen und eine erdnussfreie Diät im Alltag praktikabel umzusetzen, ist eine individuelle Ernährungstherapie bei einer allergologischen Fachkraft unverzichtbar. Die Ernährungsfachkräfte des DAAB stehen Ihnen für eine individuelle Beratung gerne zur Verfügung und vermitteln Ihnen Adressen von Ernährungsfachkräften in Ihrer Region.

Meiden von Erdnüssen

Die Therapie einer Erdnuss-Allergie liegt in der Karenz, was nichts anderes heißt, als dass die Auslöser gemieden werden müssen. Bei kaum einem anderen Allergieauslöser stellt sich diese Diät komplizierter dar. Erdnüsse werden als Zutaten in den unterschiedlichsten Lebensmitten verarbeitet - vor allem in Naschwaren - und können beispielsweise durch gemeinsam genutzte Produktionsanlagen in Lebensmittel gelangen, die eigentlich erdnussfrei hergestellt werden. Erdnüsse müssen Sie konsequent meiden, dies muss allerdings nicht zwingend für Nüsse wie Cashewnüsse, Haselnüsse, Macadamianüsse, Paranüsse, Pekannüsse, Pistazien, Mandeln oder Walnüsse gelten. Kreuzreaktionen zwischen Erdnüssen und Nusssorten sind im Einzelfall möglich, aber nicht zwangsläufig.

Der Einkauf

Beim Einkauf von verpackten Lebensmitteln kann ein Blick auf das Zutatenverzeichnis eine Orientierungshilfe sein. Hier werden seit 2005 Erdnüsse und Produkte daraus als Zutat aufgelistet. Achten Sie auf alle Begriffe mit Erdnuss im Namen.

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.



Zusätzlich bieten wir Ihnen weitere schriftliche Informationen an:

  • Restaurantkarte Erdnuss-Allergie
  • Erdnuss-Allergie: Fragen von A-Z (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Ausführliche Ernährungsempfehlungen zur Erdnuss-Allergie (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Informationen zur Allergen-Kennzeichnung, speziell zur Spurenkennzeichnung (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Rezeptsammlung des DAAB (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Ernährungs- Symptom-Tagebuch
  • Ernährungsfachkräfte in Ihrer Nähe

Unsere Buchempfehlungen zu diesem Thema

 

Praxishandbuch Lebensmittelallergien, Constien, Dr. Reese, Schäfer, 2007

 

Richtig einkaufen bei Nahrungsmittel-Allergie, Dr. Reese, Constien, Schäfer, 2007

 

Das Allergiker-Kochbuch, Alice Sherwood, 100 Rezepte für Genießer, 2008