Die Diagnose einer Lebensmittel-Allergie erfordert vo Arzt und Patient viel Geduld und fast detektivischen Spürsinn. Die oftmals durchgeführten Haut- und Bluttestungen reichen in der Regel nicht aus. Die umfassende und sinnvolle Diagnose besteht aus verschiedenen Schritten.

Zu dieser sinnvollen Diagnose zählt der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. vier Aspekte. Diese sind:
Zusammengefasst können die Ergebnisse eine langfristige Ernährungsumstellung rechtfertigen.
Schon das Eingangsgespräch (Anamnese), in dem abgefragt wird, wann, wo und wie die Symptome erstmalig auftraten, kann wichtige Hinweise zur Erkennung einer Allergie geben. Eine Dokumentation der verzehrten Lebensmittel und der auftretenden Symptome in Form eines Ernährungs-Symptom-Tagebuchs hat sich als hilfreich erwiesen. Dieses sollte aufgrund der vielen verschiedenen Krankheitseinflüsse besonders ausführlich sein. Neben den verzehrten Lebens- und Genussmitteln müssen besondere Ereignisse wie Geburtstagsfeiern, Klassenarbeit, Wettereinflüsse, Infekte, Pollenflug und Sport sowie die Einnahme von Medikamenten erfasst werden. Aufbauend schließen sich Haut- und Bluttestungen (IgE-Antikörper) an.

Diät – ja oder nein?
Nach Abschluss der Anamnese und der Haut- und Bluttestungen wird der Arzt eine diagnostische Diät empfehlen. Diese Diät wird nach den Ergebnissen der vorangegangenen Testungen ausgewählt und individuell von einer allergologisch geschulten Ernährungsfachkraft zusammengestellt. Bei einem begründeten Verdacht auf einzelne Auslöser wird eine Eliminationsdiät durchgeführt. Dies bedeutet, dass für einen bestimmten Zeitraum die verdächtigen Lebensmittel konsequent aus der Ernährung des Patienten gestrichen werden. Sind aufgrund der vorangegangenen Testungen keine HInweise bestimmter Lebensmittel möglich, wird der Arzt eine oligoallergene Basisdiät verordnen. Diese Kost besteht aus einer begrenzten Zahl selten allergieauslösender Lebensmittel. Liegt der Verdacht einer pollenassoziierten Lebensmittel-Allergie vor, kann es ausreichen, dem Patienten eine pollenassoziierte Eliminationsdiät zu verordnen. Sind Haut- und Bluttestungen negativ und liegt eine Pseudoallergie vor, werden Zusatzstoffe und bestimmte natürliche Lebensmittelinhaltsstoffe im Rahmen einer pseudoallergenarmen Kost aus dem Speiseplan gestrichen.
Alle diese Diäten müssen von einer allergologisch geschulten Ernährungsfachkraft begleitet und individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Die diagnostischen Diäten können für den Patienten sehr einschränkend sein und sollten nie länger als zwei bis vier Wochen durchgeführt werden. Sie müssen von einer Ernährungsfachkraft mit Rezepten, Informationen und Einkaufstipps begleitet werden.
Tritt unter einer diagnostischen Diät (Eliminationsdiät oder oligoallergene Basiskost) nach spätestens vier Wochen keine Besserung auf, ist der Zusammenhang zwischen Lebensmitteln und den Beschwerden unwahrscheinlich. Ergibt auch eine Kontrolle der diätetischen Maßnahmen keinen weiteren Hinweis, ist die Diagnose hier abgeschlossen und eine weitere Diät nicht erforderlich!
Verbessern sich die Symptome unter einer der genannten Kostformen, muss der Arzt entscheiden, ob sich offene oder doppel-blinde Provokationstestungen anschließen. In Einzelfällen bei einem eindeutigen Hinweis aus den vorangegangenen Testungen wird von einer Provokation abgesehen. Provokationstestungen werden in ambulanten Praxen oder stationär durchgeführt. Erst nach der Provokation kann mit Sicherheit ein Zusammenhang zwischen der Ernährung und den Beschwerden bestätigt oder ausgeschlossen werden.

Allergie-Irrtum: Ein positiver Hauttest reicht zur Diagnose einer Lebensmittel-Allergie aus!
Sowohl Haut- wie auch Bluttests geben immer nur einen Hinweis auf einen möglichen Auslöser und sind keine alleinigen Diagnoseparameter. Sie rechtfertigen keine langfristige Diät und sind nur als Mosaikstein zu sehen.
Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.
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