Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Zöliakie

Die Zöliakie ist eine immunologische Erkrankung des Dünndarms, die ein Leben mit glutenfreier Ernährung bedingt. Ausgelöst wird die Erkrankung bei den Betroffenen durch den Verzehr von glutenhaltigen Getreideprodukten.

Gluten ist ein Protein, das in heimischen Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Hafer und Gerste vorkommt. Dinkel, Emmer und Kamut als Urformen des Weizens und Grünkern (unreif geernteter und gedarrter Dinkel) enthalten ebenfalls Gluten.

Da es für diese Krankheit keine Heilung im engeren Sinne gibt, müssen die Betroffenen nach der gesicherten Diagnose mittels Antikörperbestimmung und Dünndarmbiopsie eine lebenslange streng glutenfreie Ernährung einhalten.

Die Beschwerden bei Zöliakie können vielfältig sein. In der Regel sind die Leitsymptome durch chronische Bauchschmerzen, Durchfälle und Blähungen gekennzeichnet. In circa der Hälfte der Fälle treten aber auch atypische Beschwerden auf:

Untergewicht, Wachstumsstörungen, Verstopfung, Appetitlosigkeit, plötzlicher Gewichtsverlust, Gelenkbeschwerden, Müdigkeit, Weinerlichkeit / schlechte Laune, Depressionen, teigige Haut aber auch Fertilitätsstörungen, Osteoporose, Folsäuremangel und eine Eisenmangelanämie können zu dem klinischen Spektrum der Zöliakie gehören.

Gold-Standard Diagnose

Um herauszufinden, ob glutenhaltige Getreidesorten unverträglich sind, muss der Patient eine Dünndarmspiegelung mit Entnahme einer Gewebeprobe durchführen lassen. Diese Methode und die Bestimmung von Antikörpern gegen gewebsspezifische Transglutaminase (tTGIgA) sind die einzigen sinnvollen Möglichkeiten, um eine Zöliakie sicher zu diagnostizieren. Als Verlaufsparameter und im Rahmen der Erstdiagnose werden in der Praxis ebenfalls Antikörperbestimmungen auf Gliadin IgG und Gliadin IgA durchgeführt. Diese alleinige Parameterbestimmung zur Erstdiagnose ist allerdings nicht aussagekräftig.


Vor der Dünndarmspiegelung darf in keinem Fall versuchsweise eine glutenfreie Kost durchgeführt werden, da die Untersuchungen dann nicht ausgewertet werden können. Und: Ein positiver Allergietest spez. IgE auf Gluten ist kein Diagnoseparameter für eine Zöliakie.


Glutenfrei – ein Leben lang!

Die Behandlung der Zöliakie erfolgt durch eine Ernährungsumstellung und besteht in einer lebenslangen strikten Elimination des krankheitsauslösenden Eiweißes (Gluten) aus der Ernährung. Das bedeutet:

  • die Getreidesorten Weizen, Gerste, Dinkel, Roggen und Hafer sowie Produkte daraus müssen komplett aus der Kost ausgeschlossen werden.
  • erlaubt sind glutenfreie Produkte und Mehle aus Mais, Hirse, Buchweizen, Reis, Soja, Quinoa, Amaranth, Kichererbsen und Teff und Spezialprodukte, die auf den Glutengehalt hin überprüft werden. Achten Sie auf das Zeichen der durchgestrichenen Ähre oder den Zusatz "glutenfrei".

Durch die konsequente Einhaltung der glutenfreien Diät gelingt der Wiederaufbau der abgeflachten Dünndarmschleimhaut meist relativ schnell. Dennoch muss die Diät lebenslang eingehalten werden, da die Unverträglichkeit des Getreideeiweißes nicht heilbar ist.

Eine Zöliakie ist strikt zu trennen von einer Glutensensitivität. Ein neues "Krankheitsbild", was aktuell sehr kontrovers diskutiert wird und abschließend keine Ernährungsempfehlungen zulässt.

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.



Zusätzlich bieten wir Ihnen weitere schriftliche Informationen an:

  • Ernährungs-Symptom-Tagebuch
  • Zöliakie: Fragen von A-Z (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Ausführliche Ernährungsempfehlungen für eine glutenfreie Ernährung (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Ersatzprodukte für die tägliche Küche (nur für DAAB-Mitglieder)
  • Ernährungsfachkräfte in Ihrer Nähe

Unsere Buchempfehlungen zu diesem Thema

 

Köstlich essen bei Zöliakie, Andrea Hiller, 2010

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Glutenfrei Backen , Christiane Schäfer, Ellen Stemmer, 2010

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