Während des Stechens geben Bienen und Wespen ihr Gift in die Haut des Opfers ab.
Rund um die Einstichstelle entwickelt sich eine rote Quaddel, die sich nach ein
paar Tagen wieder zurückbildet. Diese Quaddelbildung tritt bei jedem Menschen auf
und ist die normale Abwehrreaktion des Körpers auf den Stich. Hat ein Mensch jedoch
eine Allergie gegen das Insektengift entwickelt, reagiert der Körper mit heftigen Symptomen.
Dies bedeutet: Rund um die Einstichstelle treten starke Schwellungen auf, die von Atemnot, Schwellungen im Gesicht und Hals und einer starken allgemeinen Hautrötung begleitet sein können. Meist setzen diese Reaktionen Sekunden bzw. Minuten nach dem Stechen ein. Es sollte dann in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, denn im Extremfall kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen.
Dem anaphylaktischen Schock gehen folgende Symptome voraus: Brennen und Jucken an den Handflächen und Fußsohlen, im Rachenraum und an der Zunge, begleitet von heftigen Atembeschwerden, Schwächegefühl und Hitzewallungen. Beim Auftreten dieser Symptome muss sofort eine Notfallbehandlung stattfinden.
Insektengiftallergiker benötigen Medikamente für den Notfall. Diese sollten immer griffbereit sein, besonders bei Ausflügen. Zu einem Notfallset gehören auf jeden Fall:
Da der Kontakt mit Bienen und Wespen nicht völlig vermieden werden kann, sollte eine Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie) erfolgen. Durch die Hyposensibilisierung kann in den meisten Fällen eine Herabsetzung der Empfindlichkeit und ein möglichst lang anhaltender Schutz erzielt werden. In Monaten mit vermehrtem Insektenflug und dadurch erhöhter Insektenstichgefahr oder bei besonders exponierten Personen (z.B. Imker, Gärtner, Obst- und Bäckereiverkäufer, Waldarbeiter), sollte dieser Schutz möglichst schnell erreicht werden.
Daher wird bei Insektengiftallergikern meist eine Rush- (Schnell-/Stoß-) bzw. Ultrarush-Hyposensibilisierung durchgeführt. Für die Hyposensibilisierung stehen sowohl Bienen- wie auch Wespengiftextrakte zur Verfügung. Zwischen 90 und 100 Prozent der behandelten Patienten sind durch die Behandlung erfolgreich geschützt.
Durch eine möglichst rasche Dosissteigerung innerhalb einer Einleitungsbehandlung soll eine schnelle Verminderung der allergischen Reaktion erreicht werden. Dazu ist ein stationärer Aufenthalt in Fachkliniken notwendig. Bei lebensbedrohlichen Insektengiftreaktionen, wird manchmal auch eine lebenslange Behandlung empfohlen.
