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Hausstaubmilbenallergie: Erhöhtes Asthma-Risiko

Hausstaubmilbenallergie Erhöhtes Asthma-Risiko

 /  Tina Christiansen

Eine Hausstaubmilbenallergie kann das ganze Jahr über bestehen. In der Herbst- und Winterzeit sind die Beschwerden aber meist stärker, da geheizt wird und viele Milben absterben. Wir sagen Ihnen, wie Sie sich vor diesen winzigen Tierchen besser schützen können.

Hausstaubmilben häufigste Ursache für Atemwegsallergien

Sie bevorzugen hohe Luftfeuchtigkeit und angenehme Temperaturen, wie sie in regelmäßig genutzten Bettmatratzen zu finden sind. Wenn Milbenkörper zerfallen, werden zusätzlich zu den Allergenen im Milbenkot noch mehr Allergene frei. Durch die Heizungsluft trocknet der Milbenkot stärker aus, zerfällt in noch kleinere Bestandteile und wird zusammen mit dem Feinstaub stärker aufgewirbelt.

Hausstaubmilben sind weltweit die häufigste Ursache für Atemwegsallergien. Eine Hausstaubmilbenallergie ist ein sehr bedeutender Risikofaktor für die Entwicklung eines allergischen Asthmas.

Hausstaubmilbenallergien werden häufig nicht sofort erkannt

Zwei Hausstaubmilbenarten sind für mehr als 90 Prozent der Hausstaubmilbenallergien weltweit verantwortlich: Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae.
Bei Hausstaubmilbenallergien äußern sich die Beschwerden häufig unspezifisch und „schleichend“ und werden daher erst später erkannt. Es tritt ein Gewöhnungseffekt auf. Die Beschwerden werden meist nicht als so akut empfunden, wie bei Pollenallergikern zu Beginn der Pollensaison. Häufig entzündet sich die Nasenschleimhaut, die Nase ist dauerhaft verstopft. Es kann zu Niesreiz, aber auch häufigem Husten kommen. Einige Symptome werden größtenteils nicht mit einer Hausstaubmilbenallergie in Verbindung gebracht wie ein gestörter Schlaf, anhaltende Atemwegs-Infekte oder ein ständiges Räuspern. Auch Juckreiz, allergische Haut- oder Augenreaktionen können bestehen.

Es ist wichtig, eine Hausstaubmilbenallergie frühzeitig zu erkennen und richtig zu behandeln.

Risikofaktor Hausstaubmilbenallergie

Hausstaubmilben gelten weltweit als wichtige Quelle von Innenraumallergenen. Eine Hausstaubmilbenallergie soll unbedingt frühzeitig erkannt und behandelt werden. Da man ganzjährig mit diesen Allergieauslösern in Kontakt kommen kann, ist das Risiko für die Entwicklung eines allergischen Asthmas höher als bei einer saisonalen Allergie. Auch eine hohe Konzentration der Allergene kann das Asthma-Risiko steigern.

Polysensibilisierung erhöht Asthma-Risiko

Die Europäische Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI) gibt in ihren Leitlinien zur Allergenspezifischen –Immuntherapie (2019) den Hinweis, dass die Entwicklung einer Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben vor einer Polysensibilisierung erfolgen kann. Darauf deuten Ergebnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen hin.

Dabei müssen bei einer Polysensibilisierung aber nicht in jedem Fall klinisch relevante Allergien bestehen. Ein/e Polysensibilisierte/r muss also nicht immer ein/e sogenannte/r Polyallergiker:in sein. Ein/e Polyallergiker:in, bei dem verschiedene Allergien ärztlich diagnostiziert wurden, ist aber immer auch ein/e Polysensibilisierte/r.

Eine vorliegende Polysensibilisierung erhöht das Risiko für allergische Erkrankungen und deren Schweregrad und auch das Risiko für ein allergisches Asthma.

Beschwerden lindern

Antiallergische Medikamente wie Antihistaminika in Form von Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen können allergische Beschwerden kurzfristig lindern. Reichen diese Medikamente nicht aus, werden auch weitere Wirkstoffe wie Cortison zur Linderung der Entzündung an den Schleimhäuten eingesetzt. Beispielsweise in Form von antientzündlichen Nasensprays oder bei einem Asthma auch antientzündlichen Medikamenten zur Inhalation.
Eine sehr wichtige Maßnahme ist die Sanierung der Matratze. Diese soll mit einem möglichst allergendichten Matratzenüberzug, dem sogenannten Encasing, versehen werden. Das Encasing muss die Matratze ganz umschließen und soll eine gute Partikelrückhaltefähigkeit gewährleisten, damit der Kontakt zu den Allergenen im Milbenkot in einem hohen Maße verhindert wird. Auch Partner- oder Geschwisterbetten sollen mit einem solchen Schutzbezug versehen werden. Für Oberbetten und Kopfkissen gibt es ebenfalls Encasings. Im Wohnumfeld können weitere Sanierungsmaßnahmen den Allergenkontakt reduzieren.

An der Ursache ansetzen

Patient:innen mit Hausstaubmilbenallergien können von einer sogenannten Hyposensibilisierung (auch Allergenspezifische Immuntherapie genannt, AIT) profitieren. Diese Behandlungsform greift an der Ursache an und wird normalerweise über drei Jahre durchgeführt. Zur Behandlung stehen unterschiedliche Darreichungsformen (Spritze, Tabletten, Tropfen) zur Verfügung. Die Patient:innen werden dabei mit ihrem Allergieauslöser konfrontiert und gewöhnen sich besser an ihn. Die Beschwerden werden gelindert, der Medikamentenverbrauch gesenkt.

Die Hyposensibilisierung soll möglichst auch das Risiko für die Entstehung eines allergischen Asthmas zu senken. Dieses Ziel ist am besten zu erreichen, wenn die Allergie früh erkannt und gut diagnostiziert wird und eine Hyposensibilisierung möglichst frühzeitig nach dem ersten Auftreten der Allergie startet.

Weitere Informationen zu Hausstaubmilbenallergie finden Sie hier
https://www.daab.de/allergien/wichtig-zu-wissen/hauptausloeser/hausstaubmilben/

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