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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Allergenspezifische Immuntherapie Hyposensibilisierung

„Schon als Kind hatte ich im Frühjahr Heuschnupfen. Bei Beschwerden nahm ich antiallergische Medikamente. Später hatte ich dann im Sommer auch Probleme und bekam Husten und leichte Atemnot. In der Pubertät nahmen die Beschwerden ab, aber einige Jahre später wurden sie wieder stärker. Antiallergische Medikamente halfen mir immer weniger. Mein Arzt sagt, ich habe nun ein allergisches Asthma und hat vorgeschlagen, bei mir eine Gräser-Hyposensibilisierung zu versuchen. Das Ziel ist, dadurch meine Beschwerden zu lindern und den Medikamentenverbrauch zu senken.“ 

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie wichtig eine frühzeitige Hyposensibilisierung ist. Sie ist bisher die einzige ursächliche Behandlungsmöglichkeit einer Allergie. Hierbei wird dem Allergiker das für ihn relevante Allergen zugeführt, um den Körper so daran zu gewöhnen.

Eine Hyposensibilisierung ist angezeigt, 

  • wenn es nicht oder nur schwer möglich ist, "sein" Allergen zu meiden, 
  • der Allergieauslöser eindeutig diagnostiziert ist und ein geeignetes Therapiepräparat zur Verfügung steht 
  • keine anderen Erkrankungen oder eine langfristige Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Beta-Blocker) gegen die Behandlung sprechen.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) Informationen im persönlichen Gespräch

DAAB-Mitglieder können sich für eine individuelle Beratung direkt an unsere Experten wenden, Nichtmitgliedern bieten wir eine erste kostenlose Basisberatung durch unsere Telefon-Hotline an:  0 21 66 – 64 788 88
Für Mitglieder veranstalten wir auch regelmäßige Webinare (Online-Seminare), bei denen Sie Experten Fragen stellen können.
Aktuelle Artikel mit vielen Tipps für den Alltag, Marktchecks, in denen wir Produkte für Allergiker überprüfen sowie Informationen über neue Behandlungsmöglichkeiten lesen Sie als DAAB-Mitglied regelmäßig im DAAB-Magazin „Allergie konkret“.

Allergie-Irrtum

„Eine Hyposensibilisierung ist im Alter nicht mehr möglich.“
Eine Altersbeschränkung auf Patienten unter 50 Jahren wird heute nicht mehr empfohlen. 

Durchführung

Die Dosierungen und Zeitabstände, in denen Präparate zur Hyposensibilisierung gegeben werden, können je nach Therapieschema unterschiedlich sein. Meist wird bei den klassischen Therapien mit einer niedrigen Allergendosis begonnen, die während der Behandlung erhöht wird. Ist eine Erhaltungsdosis erreicht, wird diese dann regelmäßig verabreicht. 

Klassische Form der Hyposensibilisierung 
In der Aufdosierungsphase werden wöchentlich Spritzen mit steigender Allergenkonzentration verabreicht. Es wird in das Unterhautfettgewebe auf der Rückseite des Oberarms gespritzt. Wenn nach 16 Wochen die Erhaltungsdosis erreicht ist, erhält der Patient monatlich eine Spritze dieser Dosis. Die Therapie wird in der Regel drei Jahre lang fortgesetzt. Bei saisonalen Allergien kann die Erhaltungsdosis während der Zeit der Allergenbelastung reduziert oder die Therapie ganz ausgesetzt werden. 

Kurzzeit-Hyposensibilisierung 
Die Kurzzeit-Hyposensibilisierung ist eine Abwandlung der klassischen Form. Bei dieser Form wird in der Einleitungsphase schneller aufdosiert, so dass die Erhaltungsdosis in kürzerer Zeit erreicht wird. Danach erfolgt entweder eine monatliche Spritze oder die Behandlung wird erst nach der Pollensaison fortgesetzt. Die Gesamt-Therapiedauer ist mit der klassischen Form identisch. 

Rush- (Schnell-/Stoß-)/ Ultra-Rush-Hyposensibilisierung 
Durch eine rasche Dosis-Steigerung soll eine schnelle Gewöhnung erreicht werden (mehrere Spritzen täglich, stationärer Aufenthalt). Anschließend wird die Therapie mit monatlichen Spritzen über mindestens drei Jahre fortgeführt. Das Verfahren wird aufgrund der schnell erreichten Toleranz gerne bei Insektengiftallergikern angewendet. 

Sublinguale Hyposensibilisierung 
Das Allergen wird hier nicht durch Spritzen, sondern in Tropfen- oder in Tablettenform verabreicht. Dabei wird das Allergenpräparat einige Minuten im Mund, unter der Zunge, behalten und danach geschluckt. In der Regel nimmt der Patient das Präparat selbst zu Hause ein. 

Risiken und Nebenwirkungen

Die Therapiepräparate wurden im Laufe der Jahre immer weiter verbessert. Normalerweise sind sie gut verträglich. Lokale Nebenwirkungen können manchmal während der Einleitungsphase auftreten. So kann es zu Beginn zu Juckreiz und Schwellung an der Einstichstelle oder bei der Tablettentherapie zu Reaktionen wie Juckreiz im Mundraum kommen. Durch eine gute Allergiediagnostik, Vermeidung von Risikofaktoren und eine gute Nachbeobachtung des Patienten können stärkere Nebenwirkungen vermieden werden. Meistens treten nur leichte bis mittlere Beschwerden auf, die gut behandelt werden können. 
 

Bei laufender Hyposensibilisierung Unsere Tipps

  • Informieren Sie den Arzt bei allergischen Beschwerden, zwischenzeitlichen Erkrankungen, Impfungen und veränderter Medikamenteneinnahme.
  • Vermeiden Sie am Tag der Injektion oder der Einnahme der Tropfen/Tabletten Sport, körperliche Anstrengungen und Hitzebelastungen wie Sauna oder heiße Bäder.
  • Eine Kontrolle der Atemfunktion bei Asthma bronchiale mittels des Peak-Flow-Meters wird dringend empfohlen.
  • Während der Hyposensibilisierung können antiallergische bzw. antiasthmatische Medikamente eingenommen werden, da die verwendeten Präparate (z.B. Antihistaminika, Glukokortikoide) den Behandlungserfolg nicht beeinflussen. In der ersten Phase der Therapie kann die zusätzliche Einnahme dieser Medikamente notwendig sein, da die Hyposensibilisierung nicht sofort ihre Wirksamkeit zeigt.
  • Die Einnahme von Tropfen / Tabletten sollte nicht unmittelbar nach dem Zähneputzen erfolgen, da durch mechanisch gereizte Regionen der Mundschleimhaut unter Umständen stärkere Nebenwirkungen wie Juckreiz auftreten können.
  • Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Dort erhalten Sie als Mitglied eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.

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