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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Duftstoffe in der Raumbeduftung

Der Einsatz von Duftstoffen zur Raumbeduftung, Raumerfrischung oder aus Marketinggründen hat Konjunktur. Die allgegenwärtige Beduftung zeigt dabei Schattenseiten. Immer häufiger melden sich Verbraucher/innen beim DAAB, die unter dem weit verbreiteten Einsatz von Duftstoffen leiden. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) macht sich seit Jahren gegen die zunehmende Beduftung öffentlicher Räume stark.

Bereits vor 12 Jahren hat eine Umfrage des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) gezeigt, dass die Anwender sehr geringe bis gar keine Kenntnisse über Risiken der Beduftung haben und auch ihre Kunden, Patienten und Besucher in der Regel über den Dufteinsatz im Unklaren lassen. An dieser Praxis hat sich bis heute nichts geändert.

Gesundheitliche Beschwerden
Duftstoffe sind häufige Auslöser von Kontaktallergien. Aber auch darüber hinaus gelangen eingeatmete Duftmoleküle über Bronchien und Lungen in den Blutkreislauf und können sich über den ganzen Körper verteilen. 
Eine Studie Bochumer Wissenschaftler zeigt, dass in Bronchien spezielle Rezeptoren für Duftstoffe vorkommen. Wenn passende Duftstoffe an diese Rezepturen andocken, können sie eine Kontraktion (Zusammenziehen) oder ein Erweitern der Bronchien bewirken. So wirkt ein fruchtiger Duft mit Bananen- oder Aprikosenaroma entspannend und erweitert die Bronchien. Ein anderer Rezeptor, an den Duftstoffe wie Lillial oder Bourgeonal binden, bewirkt jedoch eine Verengung (Kontraktion) der Bronchialmuskeln und setzt entzündungsfördernde Stoffe frei.
In diesem Effekt liegt vermutlich auch der Grund, warum bestimmte Parfüms eine reizende Wirkung auf Atemwege haben und Asthmaanfälle hervorrufen oder verschlimmer können. 

Düfte werden genutzt, um die Atmosphäre in Innenräumen zu verbessern. Bei der Verwendung wird oft vergessen, dass sie nur eine sensorische Geruchswahrnehmung bewirken, faktisch jedoch die Raumluft mit flüchtigen Chemikalien zusätzlich belastet wird. 

Hinzu kommt, dass einige Duftstoffe für die Gesundheit und die Umwelt nicht unbedenklich sind. Viele der ätherischen Öle und auch der synthetischen Duftstoffe können für Haut, Augen und Schleimhäute reizend sein. Sie können auch allergische Hautreaktion hervorrufen. Einige Duftstoffe - wie bestimmte Moschusverbindungen - sind langlebig und können sich in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichern.

Die leichtflüchtigen Duftstoffe stellen ein Problem für Patienten mit hyperreagiblen Atemwegen und sehr empfindliche Personen dar. Hier können Duftstoffe zu systemischen Beschwerden führen wie Herzrasen, Kreislaufstörungen, Atembeschwerden, Hustenreiz bis hin zu Asthmaanfällen. Auch verschwinden die Beschwerden nicht sofort nach Verlassen der bedufteten Räume oder nach Entfernen der Duftquelle, sondern können über Stunden und Tage nachwirken. 

Diagnostik der Duftstoffunverträglichkeit
Die Diagnostik der Beschwerdeauslöser ist nicht einfach. Oft basiert sie auf der Analyse der gesundheitlichen Beschwerden. Es bedarf eines erfahrenen Arztes, am besten mit der Zusatzqualifikation Umweltmediziner, um den Ursachen für die unterschiedlichen Symptome auf den Grund zu gehen. 
Wer über gesundheitliche Probleme auf Duftstoffe berichtet, wird schnell zum Übersensiblen abgestempelt, eine sehr schwierige Situation für die Betroffenen, die auf mehr Rücksichtnahme angewiesen sind.

Eine medizinische Behandlung dieser komplexen Symptomatik ist schwierig, meist werden akute Beschwerden mit Asthmapräparaten oder entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Die effektivste Behandlungsmethode bei Duftstoffunverträglichkeit ist das Meiden der Beschwerdeauslöser, was im Alltag nur schwer realisierbar ist. Im eigenen Wohnumfeld können Betroffene auf eine Beduftung der Räume und duftende Alltagsgegenstände verzichten – ein Sortiment von Duftstoff-freien Kosmetika, Putz- und Waschmitteln ist hier hilfreich (Liste beim DAAB unter info[at]daab[dot]de erhältlich). 

Am Arbeitsplatz, beim Konzert- oder Kinobesuch, bei Terminen in Behörden, beim Einkauf oder, oder.. ist die Situation anders und wird für die Betroffenen zum Problem. Hier kann man sich einer Zwangsbeduftung kaum entziehen, daher ist eine umfassende Aufklärung der Öffentlichkeit dringend notwendig. Der DAAB sensibilisiert immer wieder über die Medien zu diesem Thema. Bei den Hamburger S-Bahnen wurde durch den Einsatz des DAAB die Beduftung wieder gestoppt.

DAAB-Forderungen:

  • Kein Einsatz von Beduftung in Kliniken, Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeheimen.
  • Keine Beduftung öffentlicher Verkehrsmittel.
  • Keine Beduftung von Kindergärten, Schulen, Ausbildungsstätten, Behörden.
  • Deutliche Information der Verbraucher/innen über den Einsatz von Raumbeduftung.

Aufruf:

Wenn Sie negative Erfahrungen und gesundheitlichen Beschwerden auf Raumbeduftung und auf beduftete Produkte haben, berichten Sie es uns per Mail an info[at]daab[dot]de!

Weitere Informationen, Beratung und Tipps zum Thema Duftstoff-Unverträglichkeiten erhalten Sie als Mitglied beim DAAB.

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