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Herbstzeit ist Pflanzzeit: Tipps für Ihren Garten

Herbstzeit ist Pflanzzeit: Tipps für Ihren Garten

 /  Marina Oppermann

Viele Menschen mit Allergien suchen nach Möglichkeiten, ihren Garten mit allergenarmen Pflanzen zu gestalten. Eins vorweg: Ob Bäume, Sträucher oder Blühstauden – es gibt immer eine Auswahl von Pflanzen, die „Allergiker-freundlich“ sind.
Dabei stehen insektenbestäubte Pflanzen im Vordergrund. Sie sind sehr selten allergie-auslösend. Ihre Pollenkörner sind relativ groß und klebrig. 
Kennt man seine individuellen Allergieauslöser, ist es sinnvoll, auf diese sowie auf verwandte Arten im eigenen Garten zu verzichten. Doch allem voransteht die gezielte Gartenplanung.

Die Gartenplanung

Wie ein Garten aussehen soll, hängt von vielen Faktoren wie eigenen Vorlieben, Klima, den Lichtverhältnissen (Sonne-/ Schattenbereiche) sowie der Bodenqualität ab. 
Für einen schönen Garten ist ein Konzept wichtig: Eine Skizze der Gesamtfläche, Entwürfe für die Gestaltung, individuelle Wünsche wie Farbpräferenzen. 
Es ist sinnvoll, in Gartenmagazinen, im Internet oder auch bei Spaziergängen sich positive ebenso wie negative Beispiele anzuschauen und zu merken - damit man seinen eigenen Gartenstil findet. Auch Pflanz- und Gartenmärkte oder auch Schaugärten bieten viele Anregungen.
Danach sollte man das Grundstück für den geplanten Garten beobachten und analysieren. Wann ist auf welcher Fläche für wie lange Sonneneinstrahlung vorhanden. Wo sind eher halbschattige oder schattige Flächen. 

Der Gartenboden

Eine erste Hilfe liefert der Knet-Test. Dafür nimmt man eine Handvoll Erde aus dem Garten und knetet sie in der Hand. Sandboden lässt sich schlecht kneten und ist namens gemäß sandig. Lehm- und Tonboden lässt sich angefeuchtet gut zusammendrücken und ist im trockenen Zustand eher hart und bröckelig. Eine Bodenanalyse (meist auch im Gartenhandel erhältlich) liefert eine präzisere Einschätzung der Bodenqualität in Hinblick auf pH-Wert und Nährstoffgehalt.

Das Staudenbeet

Ein Blumen-Beet lebt von einer guten Struktur: Flache Stauden nach vorne, höhere nach hinten. Informationen zur Wuchshöhe, zum Standort und zum Blühzeitpunkt findet man auf den Staudeninformationen. 
Auf manchen Pflanzen stehen Hinweise wie „lichter Schatten“. Dies bedeutet, dass die Pflanze direkte Sonne nicht verträgt, aber dennoch zumindest für einige Stunden Licht auf das Beet fallen muss, damit die Pflanze gedeiht. 
Ob Sie sich für kunterbunt, nur wenige Farben oder für ein weißes Beet wie im bekannten weißen Garten der Schriftstellerin Vita Sackville-West in Sissinghurst entscheiden, berücksichtigen Sie die Blühzeiten, damit ganzjährig Farbe im Garten ist.
Und vor allem sollte man dabei Bienen- bzw. insektenfreundliche Pflanzen mit offenen Blüten einplanen. Geschlossene Blüten bieten für Insekten wenige bis keine Chancen.

Weitere Tipps: 

Behalten Sie im Blick, welche Pflanzen sich stark ausdehnen, stark versamen oder mit ihren Wurzeln andere behindern. Beachten Sie, dass die Stauden größer werden, daher nicht zu dicht pflanzen, sondern im ersten Jahr Lücken mit einjährigen Pflanzen füllen. Nicht nur einzelne, sondern jeweils drei bis fünf Stauden einer Sorte als Gruppe pflanzen.

Wirklich pflegeleicht?

Viele wollen einen pflegeleichten Garten und glauben Kies- und Rasenflächen würden dies bieten.
Doch weit gefehlt. Kiesflächen bieten den Samen von sehr genügsamen und wärmeliebenden Wildkräutern gute Lebensräume. Und sie sind schwerer sauber zu halten, als viele erwarten.
Und ein gepflegter Rasen benötigt viel Aufmerksamkeit. Vom wöchentlichen Mähen bis zum Vertikutieren und Düngen.
Also seien Sie clever: Nutzen Sie viele Bodenbedecker im Garten, dies unterdrückt ungeliebte Wildkräuter ist aber wertvoll für Bienen und Schmetterlinge. 
 

Tipps für den allergenarmen Garten

Da die Pollen von Bäumen wie der Birke viele Kilometer weit fliegen können, bietet es keinen Schutz, sie im eigenen oder Nachbargarten abzuholzen. Aber es gibt schützende Helfer: Hecken oder Sträucher können als Windschutz und natürlicher Pollenfilter wirken. 
Aber Achtung: Hecken nicht selbst (als Allergiker) schneiden, da sich dort Pollen und Pilzsporen sammeln und aufgewirbelt werden können. Oder aber erst nach einem lang anhaltenden Regen oder nach dem Besprengen mit Wasser schneiden.

Nach langen Regenschauern kann die Gartenarbeit angenehmer sein, da dann die Pollen besser aus der Luft gewaschen werden als bei einem nur kurzen Regen. 
Allergenarme Stauden sind zum Beispiel Kugellauch, Borretsch, Lungenkraut, Vergissmeinnicht, Hauswurz, Fetthenne, Sedum, Rosen, Rittersporn, Anemonen, Akelei, Clematis, Hortensien, Buschmalve, türkischer Mohn und andere Mohnarten, Flammenblume/ Phlox, Himmels- oder Jacobsleiter, Glockenrebe.
Insektenblütige Bäume und Sträucher sind: Weißdorn, Rotdorn, Eberesche, Obstbäume und -sträucher, Berberitze, gewöhnlicher Schneeball, Hartriegel, Rosensträucher, Spierstrauch, Hortensie. 

Viele Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Spezial-Seite des Deutschen Allergie- und Asthmabundes.
Kostenfrei beim DAAB per E-Mail bestellbar sind auch der Ratgeber „Allergien im Garten“ sowie der Flyer „Augen auf beim Pflanzenkauf“.

 

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