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Allergikerfreundliche Äpfel: Für alle geeignet?

 /  Marina Oppermann

Diese Pressemitteilung war zuletzt in den Medien „Hochschule Osnabrück, TU München und Charité Berlin entwickeln die europaweit ersten offiziellen allergikerfreundlichen Apfelsorten - Europäische Stiftung für Allergieforschung vergibt erstmals ECARF-Siegel für Apfelsorten.“ Die Mitteilung weckt Hoffnung in Allergikern, die beim Biss in den rohen Apfel ein Brennen, Kribbeln oder Jucken im Mund- und Rachenraum bekommen oder mit Hüsteln oder Hustenreiz reagieren. Doch ist es so einfach?

Das knackige Obst führt bei Birkenpollenallergikern häufig zu sogenannten Kreuzallergien: Die eigentliche Allergie besteht auf die Birkenpolle. Da sich bestimmte Allergenbausteine in Birkenpolle und Apfel sehr ähneln, reagiert das Immunsystem des Allergikers auch beim Biss in den rohen Apfel.
Da ist die Hoffnung verständlich, in absehbarer Zeit "allergikerfreundliche" Apfelsorten im Supermarkt kaufen zu können.
Doch bei aller geäußerter Euphorie zu neuen Züchtungen sollte eines nicht vergessen werden:
DEN allergikerfreundlichen Apfel für alle gibt es nicht.
Der Gehalt des Allergens Mal d 1, auf das die meisten Birkenpollenallergiker im Apfel reagieren, wird nicht alleine durch die Apfelsorte bestimmt. Zum Verständnis: Je mehr Mal d 1 enthalten ist, desto wahrscheinlicher ist eine Reaktion auf den frischen Apfel.
Der Allergengehalt wird zum Beispiel auch beeinflusst durch Faktoren wie Nährstoffmangel im Boden, die klimatischen Faktoren (war es ein heißes oder kaltes Anbaujahr); hatte der Baum Stress durch den Befall von Pilzen oder Bakterien. Und nicht zuletzt beeinflusst auch die Lagerung des Apfels den Allergengehalt.
Also: die Sorte alleine ist nicht ausschlaggebend.

Außerdem sind bei der individuellen Beurteilung der Verträglichkeit das individuelle Pollenprofil und mögliche Verstärkungsfaktoren zu beachten. Wie beispielsweise Alkoholgenuss, die Stärke des Pollenflugs, Körperliche Anstrengung, wie z.B. Sport, aber auch Medikamenteneinnahme wie zum Beispiel Magensäureblocker und mehr beeinflussen die Reaktionsstärke und -bereitschaft.

Fazit: Auch wenn Forschung diesbezüglich löblich ist: Ganz so einfach wie häufig dargestellt ist es für den Allergiker also nicht.
Pollenassoziierte Lebensmittel müssen im Rahmen einer individuellen Ernährungstherapie gemeinsam mit dem Patienten individuell bewertet werden.

Mehr Infos und Tipps finden Sie hier

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