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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Probleme mit der Maske: Liegt es an Atemwegserkrankungen?

 /  Marina Oppermann

Der DAAB bekommt unterschiedliche Rückmeldungen zum Thema Masken von „Super, dank der Maske habe ich weniger Probleme mit der Pollenallergie“ bis hin zu „ich kann mit der Maske nicht atmen und bekomme Erstickungsanfälle“.
Daher möchten wir das Thema näher beleuchten.

Das wichtigste vorweg: Maske ist nicht gleich Maske. Es sind aktuell vielfältige Masken zu sehen:
FFP-Masken (Filtrierende Halbmasken FFP2 und FFP3) schützen den Träger vor festen und flüssigen Aerosolen und sind sehr fest. Dadurch lässt sich schwer atmen. Diese Maske ist medizinischem Personal vorbehalten.


Selbst genähte Masken: Hier gibt es sehr viele unterschiedliche Modelle. Stoffe werden zum Teil in mehreren Lagen verwendet, es werden Kaffeefilter integriert etc. was die Belüftung jedoch einschränken kann.


Einmalmasken/ Chirurgische Masken (siehe Bild) bestehen in der Regel aus Vliesstoff und weichen Fasern, die über eine gute Belüftung verfügen. Zu dieser Maskenart haben wir viele positive Rückmeldungen erhalten- auch von Menschen mit Atemerkrankungen.

Unser Tipp: probieren Sie in Ruhe Zuhause verschiedene Masken aus und üben Sie, mit welcher Maske Sie es am besten aushalten. Es ist für uns alle eine neue Situation, die Gewöhnung und Geduld erfordert.

Generell besteht inzwischen in allen Bundesländern eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in der Regel auch beim Einkauf. Zu Ausnahmen von der Maskenpflicht bestehen unterschiedliche Regelungen.

Wir haben die Ausnahmeregelungen der Bundesländer für Sie recherchiert und stellen Sie Ihnen in unserem Mitgliederbereich zur Verfügung.

Ärztliche Experten raten zum Mundschutz!

Nur in wenigen Ausnahmefällen ist eine ärztlich attestierte Befreiung von der einfachen Maskenpflicht notwendig.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund hat den Rat ärztlicher Experten eingeholt und eine Stellungnahme vom Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner, BdP, zur Maskenpflicht bei Patienten mit Atemwegserkrankungen erhalten.
Der Bundesverband der Pneumologen,  Schlaf- und Beatmungsmediziner, BdP, befürwortet die Pflicht zum Tragen eines einfachen Mund-Nasen-Schutzes in öffentlichen Gebäuden und im Nahverkehr im Rahmen der Covid19-Pandemie. Die Lungenärzte sprechen sich auch für eine derartige Maskenpflicht in medizinischen Einrichtungen und Arztpraxen aus!
“Die deutschen Lungenärzte begrüßen die Einführung einer einfachen Maskenpflicht in öffentlichen Nahverkehrsmitteln, Geschäften und anderen Einrichtungen, insbesondere dort, wo ein Mindestabstand von 1,5 m nicht zu jeder Zeit eingehalten werden kann.
Die Maskenpflicht dient nachweislich der Reduktion des Radius potentiell infektiöser Tröpfchenwolken (Aerosole) in der Umgebung des Trägers. Das Tragen eines einfachen Mund-Nasen-Schutzes kann deshalb sehr gut beitragen, die beschlossenen Lockerungen bei sozialen Kontakten umzusetzen, ohne eine neuerliche/unkontrollierte Zunahme der Erkrankungen an SARS-Cov-2 zu riskieren.
Da diese einfachen Schutzmaßnahmen – vom professionellen Op-Mundschutz bis hin zu selbst hergestellten Textilmasken - nicht dicht abschließen, ist die Atmung kaum erschwert, und der Einsatz für die meisten Menschen problemlos möglich. Das gilt auch für die meisten Asthma- und chronisch Lungenkranken.
Soweit aufgrund einer schweren Vorerkrankung der Einsatz trotzdem Probleme bereitet, sollte dies mit dem behandelten Arzt besprochen werden. Erfahrungsgemäß ist aber nur in wenigen Ausnahmefällen eine ärztlich attestierte Befreiung von der einfachen Maskenpflicht vonnöten.
Problematisch ist der Einsatz von FFP2- oder FFP3-Masken für Menschen mit vorgeschädigter Lungenfunktion. Die hohe Dichtigkeit und Filterfunktion dieser Masken kann dazu führen, dass das Atmen deutlich schwerer fällt und auch der Gasaustausch behindert wird. Das Tragen solcher Masken sollte daher dem medizinischen Bereich vorbehalten bleiben.”
Patienten mit Atemwegserkrankungen, die zum Selbstschutz FFP2- oder FFP3-Masken benutzen wollen, sollten dies unbedingt mit ihren behandelnden Hausärzten und/oder PneumologInnen abstimmen. Generell empfehlen wir Hochrisiko-Patienten aber, möglichst Kontakt mit Dritten zu vermeiden und angesichts der ungemindert fortbestehenden Infektionsgefährdung die empfohlenen Hygiene-Maßnahmen penibel zu beachten.
Der BdP spricht sich nochmals nachdrücklich für die konsequente Einhaltung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen auch in medizinischen Einrichtungen und Arztpraxen aus. Dazu zählen die möglichst frühe Selektion von Risikopatienten und potentiellen Infektpatienten incl. Einlasskontrolle, das Vermeiden größerer Menschenansammlungen, Hustenetikette, Einlasskontrolle, das Vermeiden größerer Menschenansammlungen, Hustenetikette, Händewaschen- und Desinfektion, der richtige Umgang mit Schutzmasken jedweder Art und vor allem das Einhalten der Abstandsregeln in den Wartebereichen. Hochrisikopatienten sollten vorzugsweise telefonisch oder im Rahmen einer Video-Sprechstunde zunächst beraten werden, ob, wann und unter welchen Umständen sie die Arztpraxen aufsuchen können oder müssen.”

 

Asthma: die Maske nimmt Ihnen den Atem?

  1. Probieren Sie unterschiedliche Masken aus. Nicht jede ist gleich. Nehmen Sie sich Zeit, um die für Sie angenehmste Maske zu finden.
  2. Ist ihr Asthma gut eingestellt? Sie sollten mit Ihren Medikamenten bestmöglich eingestellt sein. Machen Sie den Test.

Selbsttest

  1. Habe ich Beschwerden am Tag?  Sie sollten am Tag kaum Beschwerden haben.
  2. Habe ich nachts Beschwerden? Bei Asthma gibt es häufig nächtliche Probleme. Der menschliche  Körper stellt in der Nacht die Atemwege etwas enger. Bei Asthmatikern wirkt sich das manchmal so aus, dass sie in der Nacht aufwachen, weil sie das Gefühl haben, es wird zu eng in der Brust oder sie müssen husten.  Das sollte bei einem gut eingestellten Asthma  nicht der Fall sein.
  3. Bin ich im Alltag eingeschränkt? Sind Sie durch Ihr  Asthma  in irgendeiner Weise in Ihren täglichen Aktivitäten eingeschränkt?
  4. Benötigen Sie momentan Ihr Bedarfsspray/Notfallspray zur Erweiterung Ihrer Bronchien öfter, als wenn es Ihnen gut geht?

Wenn sie eine dieser vier Fragen nachhaltig mit „Ja“ beantworten ist ihr Asthma nicht mehr optimal unter Kontrolle.

Hier sehen Sie das ganze Interview mit Professor Roland Buhl, Leiter der pneumologischen Abteilung der Uniklinik Mainz, mit vielen hilfreichen Tipps für Asthmatiker.