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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Schweres Asthma: Behandlung mit Biologika

Über Biologika wird zunehmend berichtet. Denn Biologika eröffnen neue Wege in der Therapie vieler Krankheitsbilder wie beispielweise Diabetes, Multiple Sklerose, Rheuma, angeborene Stoffwechselstörungen und Asthma.
Wir erklären Ihnen was Biologika sind, wie sie bei Asthma angewendet werden und was beachtet werden sollte.

Bei Biologika handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Eiweißstoffe, die gegen bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe des Körpers oder direkt gegen Immunzellen gerichtet sind. Biologika, auch als monoklonale Antikörper bezeichnet, werden auch zur Behandlung von Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen mit einer schweren Asthma-Erkrankung eingesetzt.

Die Biologika-Therapie wird in der Regel durch pneumologisch erfahrene Fachärzte bzw. -Zentren begleitet und bei Patienten eingesetzt
- bei denen ein schweres Asthma vorliegt und
- die Asthma-Therapie durch die herkömmlichen Medikamente in der höchsten Stufe des Medikamentenschemas nicht ausreichend ist.

Selbstinjektion möglich

Die meisten Biologika werden durch die Injektion unter die Haut verabreicht (subkutan). Bei diesen Biologika stehen inzwischen zur weiteren Behandlung auch Spritzen zur Selbstinjektion zur Verfügung, die durch die Patienten selbst oder Pflegepersonal angewendet werden können. Ähnlich den Insulin-Pens für Diabetiker. Die Anwendung erfolgt je nach Biologikum in unterschiedlichen Abständen. Beispielsweise alle 2,  4 oder alle 8 Wochen.

Ist das Asthma schwer?

Bevor ein Patient eine Behandlung mit einem Biologikum erhält, muss zunächst geklärt werden, ob auch wirklich ein schweres Asthma besteht. Dabei stellt sich auch die Frage nach der Form der Erkrankung. Wird das Asthma beispielsweise durch Allergien ausgelöst oder ist es nicht allergisch bedingt?
Manchmal macht das Asthma eines Patienten zunächst einen schweren Eindruck, weil

  • individuelle Asthma-Auslöser für Verschlechterungen sorgen (z.B. Allergien), die zunächst diagnostiziert werden müssen und eventuell sogar vermieden oder behandelt werden können.
  • der Patient nicht optimal medikamentös eingestellt ist oder
  • die Anwendung der Medikamente bisher nicht richtig oder nicht regelmäßig erfolgt ist
  • zusätzliche Erkrankungen wie ein Rückfluss von Magensaft (Reflux), eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Atemstillstände (Schlaf-Apnoe) u.a. besser behandelt werden müssen

Vor der Therapie mit einem Biologikum wird geklärt:

  • Kommt der Patient für die Therapie in Frage?
  • Welches Biologikum kommt zum Einsatz?

Statement aus der Konsultationsfassung der Nationalen Versorgungsleitlinie Asthma
„Die Indikation zur Therapie mit monoklonalen Antikörpern sollte erst gestellt werden, wenn selbst unter dreimonatiger maximaler inhalativer antiobstruktiver Kombinationstherapie mit einem ICS (inhalatives Cortison) in Höchstdosis, einem LABA (Langwirkende Beta-2-Sympathomimetika, Bronchienerweiterer) und einem LAMA (Langwirkende Anticholinergika, Tiotropium) keine Asthmakontrolle erreicht wird.“

Wirksamkeit überprüfen

Von Experten wird empfohlen, die Wirksamkeit der Therapie mit Biologika nach vier und zwölf Monaten und dann in jährlichem Abstand zu prüfen. Die Medikation vor der Biologika-Behandlung (z.B. durch Asthma-Spray) soll zunächst beibehalten werden. Erst wenn die Patienten auf das Biologikum ansprechen, sich also die Asthmakontrolle verbessert, können die Medikamente langsam reduziert werden. Dies muss engmaschig ärztlich kontrolliert werden.

Wir sind ein Patientenverband der sich für Kinder und Erwachsene mit Asthma stark macht.
Für unsere Arbeit benötigen  wir  aber  auch  Ihre Unterstützung. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund finanziert sich vor allem durch Mitgliedsbeiträge. Nur mit vielen DAAB-Mitgliedern können wir zu Ihrem Sprachrohr werden, Sie zu Ihren individuellen Fragen beraten und uns aktiv um viele weitere Themen rund um Allergien, Asthma, der chronischen Lungenerkrankung COPD, um Neurodermitis oder Urtikaria kümmern. Wir fördern die Kommunikation mit Ärzten, sind auf wissenschaftlichen Kongressen oder in der Gesundheitspolitik für Sie genauso am Ball wie bei Gesprächen mit Unternehmen, um auf Ihre Belange aufmerksam zu machen und ständig weitere Verbesserungen für Ihren Alltag zu erreichen.
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